Junglöwe Plattenhardt über das Internat des TSV 1860 München

Luca Plattenhardt, Mittelfeldspieler der U17, ist aus Baden-Württemberg zum TSV 1860 gewechselt. Er wohnt nun seit zwei Jahren im Internat und erzählt von seinem Alltag zwischen der Schule und dem Training.

Hier nochmal alles zum mitlesen:

Mein Name ist Luca Plattenhardt, ich bin 16 Jahre alt, spiele jetzt in der U17 bei TSV 1860 München. Im Mittelfeld ist meine Position. Ich komme aus Baden-Württemberg, Frickenhausen, ist in der Nähe von Stuttgart. Ich habe angefangen mit sechs Jahren bei meinem Heimatverein 1. FC Frickenhausen. Und dann bin ich nach vier, fünf Jahren bin ich dann zum SSV Reutlingen 05 gewechselt. Da war auch mein Bruder, deswegen habe ich gedacht, ist der nächste Schritt. Dann bin ich hierher zu 1860. Die haben mich auf einem Turnier gesichtet. Und dann entstand halt der Kontakt und dann kam ich zum Probetraining immer wieder mal. Und dann hat es geklappt mit meinem Traum.

Da haben wir halt geredet, wie es bei mir passt von der Mittagsschule her. Oder wann ich hier immer herkommen kann. Dann war es meistens montags. Dann bin ich zum ersten Mal auch montags gekommen. Dann sind wir in Kontakt geblieben. Zwei Wochen später bin ich wiedergekommen. Und das ging dann drei, vier Mal und dann war der Wechsel perfekt. Ja, es ging alles übers Telefon. Da habe ich bei meinem alten Verein noch trainiert und mein Papa hat zugeschaut. Und der hat dann mit Herrn Schellenberg telefoniert. Und da gab es dann die Zusage. Dann hat er mir ein Handzeichen gegeben, dass es perfekt ist und dann hat es mich natürlich gefreut, war noch motivierter. Und dann habe ich das Training beendet, den Trainern Bescheid gegeben und, ja.

Ja klar, ist es eine Umstellung, ohne Eltern hier in einer Großstadt wie München zu leben und klarzukommen, auch schulisch. Selber dann sich hinzusetzen, zu lernen ohne die Unterstützung von den Eltern. Aber eigentlich man kommt prima zurecht, auch jetzt die Internatspieler, die auch mit mir neu hierhergekommen sind, man versteht sich super. Das ist ein wirklich gutes Klima, auch mit den Betreuern, die sind immer da, wenn wir Probleme haben. Schule läuft auch. Habe ich mir ein bisschen schwerer vorgestellt, aber man kriegt perfekte Unterstützung auch, wie unten mit der Hausaufgabenbetreuung. Also ist wirklich alles super. Und Heimweh habe ich auch keins. Also die Eltern kommen ja immer zu den Heimspielen. Oder wenn wir mal Zeit haben, können wir auch nach Hause fahren.

Ja, wir haben Montag, Dienstag und Donnerstag je bis 16:15 Uhr. Und dann stehen wir halt um 7:00 Uhr auf, gehen dann in die Schule. Dann haben wir Dienstag und Donnerstag noch LSK-Training vormittags. Da werden wir dann mit Bussen von der Schule abgeholt und hierhergefahren. Danach halt wieder in die Schule. Dann nach der Schule essen wir meistens noch was, ziehen uns an fürs Training, gehen dann runter. Und dann haben wir Training. Abends können wir machen, was wir wollen.

Ja, das mit Exen war eine Umstellung, weil in Baden-Württemberg das noch nicht gab, aber wir haben mittwochs, freitags immer Zeit zum Lernen oder runterzugehen, um Nachhilfe zu haben. Oder abends nach den Trainingseinheiten. Also man findet schon Zeit, wenn man alles gut organisiert. Dann klappt es.

Also ich würde für Fußball, da opfere ich meine Zeit. Da gehe ich jetzt nicht wie andere in meinem Alter auf Partys oder mache viel mit Freunden, sondern ich opfere da viel Zeit und investiere auch alles, trainiere lieber härter, dass es mit meinem Traum „Lizenzspieler bei 1860“ klappt.

Ich bin jetzt seit der U16 hier, also jetzt dann zwei Jahre. Und wie sie uns wirklich beibringen wollen, dass wir wirklich nicht nur das Löwenwappen auf der Brust tragen während dem Spiel, sondern auch im Herzen, das bringen sie uns wirklich schon gleich bei. Wenn wir auf den Platz gehen, wenn wir schon unsere Schuhe anziehen, dass es auf jeden Fall das Motto ist, die Mentalität, hier wirklich immer rennen, immer fighten, immer kämpfen, das ist die Mentalität hier.

Wenn wir Zeit haben oder keine Mittagsschule und die Profis trainieren, ist natürlich toll, ich habe eine gute Aussicht hier direkt auf den Profiplatz. Manche schauen da hinten nur auf den Tennisplatz. Ich kann hier den Profis zugucken, unseren Vorbildern. Was will ich mehr? Für mich war gleich klar, weil man auch hört, dass 1860 ein guter Verein ist, und das kann ich auch bestätigen jetzt, und einfach die Durchlässigkeit vom Jugendbereich zu den Profis ist ja richtig gut gewesen in der Vergangenheit. Und dann war es eigentlich gleich klar, dass ich hier hin möchte. Und das ist auch ein richtiger Verein mit Tradition, also da war die Entscheidung klar.