Fußballübung (nicht nur) für Frauen: Spielaufbau, Orientierung & Koordination

Ein Fußballfeld ist bis zu 10.000 Quadratmeter groß. Da kann es passieren, dass man den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Als Spieler/in braucht man aber den Überblick. Thorsten Zaunmüller hat eine Übung für Euch parat, die dabei hilft, die Orientierungsfähigkeit der Mannschaft zu verbessern. Was ihr dazu braucht? Mindestens 7 Spieler/innen, verschiedenfarbige Hütchen und 3 Minitore.

Frauen Fußballtraining: Spielaufbau_1
Der Übungsaufbau im Überblick (Startposition nicht im Bild).

Die Spielerinnen stehen an der Startposition mit einem Ball Sie simulieren den Innenverteidiger mit der Spieleröffnung). In ca. 10 Meter Entfernung befindet sich die nächste Spielerin, die den Mittelfeldspieler symbolisiert. Links und recht von der Mittelfeldspielerin werden Hütchen in unterschiedlichen Farben platziert. Ungefähr 20 Meter hinter der Mittelfeldspielerin stellen sich 3 oder 4 Mannschaftskolleginnen (Stürmer) auf. Hinter diesen Spielerinnen werden als letzte Station 3 Minitore platziert. Die erste Spielerin gibt eine Farbe der Hütchen an der zweiten Station vor. Die Mittelfeldspielerin muss sich nun orientieren und auf die Seite drehen, auf der die jeweilige Farbe ist. Beispielsweise sind auf der linken Seite weiße und rote Hütchen platziert, auf der rechten Seite blau und orange. Bei Kommando „blau“ dreht sich die Mittelfeldspielerin auf die rechte Seite zu dem blauen Hütchen, nimmt den Ball an und passt ihn sauber zu einer der Spielerinnen hinter ihr im Feld. Die Spielerin, die den Ball bekommt, versucht nun eines der drei Minitore zu treffen.

Spielaufbau  2
Aufdrehen Richtung oranges Hütchen, Anspiel zur Spielerin im orangenen Leibchen.

Im nächsten Schritt tragen die Spielerinnen im hinteren Feld, die auf das Tor schießen, Leibchen in den Farben der Hütchen. Wenn die Mittelfeldspielerin das Kommando „orange“ bekommt, dreht sie sich auf die Seite des orangenen Hütchens auf und passt anschließend zu der Teamkameradin mit dem orangenen Leibchen. Da die Spielerinnen frei im Feld auf und ablaufen, muss sie sich schnell zur „orangenen“ Mitspielerin orientieren, die die Übung dann mit einem Schuss auf das Tor abschließt.

Spielaufbau Abschluss
Die Spielerin bekommt Gegnerdruck und muss auf das „offene“ Tor selbst abschließen.

Diese Übung kann man auf verschiedene Arten variieren. Beispielsweise dreht sich die Mittelfeldspielerin nicht zu der Farbe des Hütchens, das von der Startspielerin vorgegeben wird, sondern genau in die entgegengesetzte Richtung auf die Seite, wo die Farbe nicht vorhanden ist. Die Spielerinnen im hinteren Teil des Feldes sollen bei dieser Variante nicht angespielt werden, sondern formieren sich als Gruppe so, dass sie eines der drei Minitore freigeben. Das bedeutet sie verdecken zwei der Minitore. Die Mittelfeldspielerin muss schnell erkennen, welches Tor von ihren Teamkameradinnen freigegeben wird und auf dieses schießen. Um die Übung zusätzlich zu erschweren, wartet jeweils links und rechts von der Mittelfeldspielerin eine Gegenspielerin an den Hütchen. Die Gegenspielerin, deren Farbe genannt wird, sprintet los und versucht den Pass der Startspielerin zu der Mittelfeldspielerin zu erschweren oder sogar zu vereiteln. Wichtig ist, dass sich die Mittelfeldspielerin von der genannten Farbe und somit der Gegnerin wegdreht. So entsteht zusätzlicher Gegnerdruck für die Mittelfeldspielerin.

Noch schwieriger wird es, wenn zusätzliche Defensivspieler eingreifen.
Noch schwieriger wird es, wenn zusätzliche Defensivspieler eingreifen.

Im Bereich vor den Minitoren befinden sich nun auch mehr Spieler. Diese werden unterteilt in Offensiv- und Defensivspieler. Dabei soll es mehr Angreifer geben. Beispielsweise sind 3 Spielerinnen Verteidiger und 4 Spielerinnen Offensivspieler. So hat eine der Angreifer die Möglichkeit sich freizulaufen und den Pass der Mittelfeldspielerin anzunehmen und auf das Tor zu schießen.

Noch schwieriger wird die Übung, wenn nun zu Beginn keine Farbe gesagt wird. Die Mittelfeldspielerin weiß also nicht, welcher der beiden Gegner sie angreifen wird. Per Handzeichen können sich die beiden Gegner absprechen, wer losläuft, um zu vermeiden, dass beide gleichzeitig loslaufen. Die Mittelfeldspielerin muss nun schnell reagieren, sich von dem Gegner wegdrehen und den Ball wieder zu der freien Spielerin im hinteren Feld passen.

Besonders nah an einer realen Spielsituation ist die letzte Variation. Dabei ist der Ablauf derselbe wie bei der Variante davor. Eine Spielerin bedrängt die Mittelfeldspielerin. Im Spielfeld sind nun mehrere Spielerinnen, die sich frei bewegen. Die Mittelfeldspielerin passt den Ball zu der Spielerin im hinteren Feld, die sich am besten freiläuft.

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