Löwen-Kapitän der U19 über den TSV 1860 München

Lukas Aigner, Innenverteidiger der U19, macht sein FSJ beim TSV 1860 und hat beim LSK die Chance Trainererfahrungen zu sammeln.
Bei der LSK handelt es sich um eine Leistungsklasse bestimmter Schulen, die Jugendlichen haben die Möglichkeit am Platz mit der Mannschaft zu trainieren.

Hier nochmal alles zum nachlesen:

Mein Name ist Lukas Aigner, ich bin 18 Jahre alt. Ich spiele hier bei 1860 München in der U19. Ich bin der Kapitän. Und habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und wusste noch nicht ganz, was ich studieren will und habe deshalb dieses Jahr jetzt das FSJ hier angefangen.

Ich habe mit 3 damals angefangen, Fußball zu spielen beim SV Bruckmühl. Da gab es leider noch keine Altersklasse für mich. Deswegen musste ich ein Jahr lang immer so ein bisschen mit trainieren. Dann habe ich mit 4 Jahren angefangen beim SV Bruckmühl, habe da gute 10 Jahre gespielt, wurde dann durch den Stützpunkt damals zum TSV 1860 Rosenheim geholt, habe da 2 Jahre verbracht und bin dann zur eigentlichen U16 nach Unterhaching gegangen, habe dann aber in der U17 Bundesliga gespielt, seit ich dort angefangen habe, und wurde nach einem Jahr dann glücklicherweise hierher geholt und spiele jetzt meine dritte Saison für den TSV 1860 München.

Also man merkt schon einen enormen Unterschied. In kleinen Vereinen ist natürlich wesentlich weniger Training, heißt, man ist nicht so fokussiert die ganze Woche drauf. Sobald man zu so einem großen Verein kommt, was natürlich eine Ehre ist, konzentriert man sich auf viel mehr auf den Fußball. Man denkt jeden Tag an Training. Man denkt nach, okay, wann habe ich den nächsten Termin? Wann muss ich früher ins Bett gehen? So was hat bei kleineren Vereinen überhaupt keine Rolle gespielt.

Ja, also ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht, und das ist schon immer eine kleine Herausforderung, wobei es mir relativ leicht gefallen ist, muss ich gestehen. Ich musste nicht viel lernen. Andere haben sich schwerer getan als ich. Also es ist jetzt nicht so, dass ich einen Eins-Komma-irgendwas-Schnitt hätte in meinem Abitur, aber ich denke, ich habe mit meinem 2,4er-Abi und dem Fußball das ganz gut hinbekommen. Es ist abends natürlich schon ab und zu schwierig. Heißt, man kommt nach Hause/ Ich musste ja immer noch 45 Kilometer fahren in der Zeit, wo ich noch in der Schule war, musste dann nochmal lernen, musste ich vielleicht doch nochmal was anschauen, weil man sich denkt, okay, ich könnte ausgefragt werden. Aber so im Großen und Ganzen lag der Fokus am Tag schon immer auf dem Training. Und eher nicht so auf der Schule. Was vielleicht jetzt nicht immer ganz so gern gesehen ist.

Also ich kann es ja ganz ehrlich und offen sagen, ich bin eine treue Seele. Ich bin schon, seit ich klein bin, 60-Fan. Und was mich hier einfach begeistert, ist die familiäre Stimmung. Es ist eben anders als bei anderen Profi-Vereinen. Ich war ja bei Haching auch. Mir hat es dort auch sehr gut gefallen, aber als ich hierhergekommen bin, habe ich einen wesentlichen Unterschied gemerkt. Und das ist, dass jeder an einem Strang zieht und jeder für den Verein das Beste will. Und dementsprechend ist auch die familiäre Atmosphäre viel besser.

Also ich bin wirklich sehr froh, dass ich die Möglichkeit habe. Ich wusste nämlich noch nicht, soll ich studieren, was studiere ich? Und dann kam der Herr Schellenberg auf mich zu und hat mir eben dieses Angebot offenbart. Und da bin ich sehr dankbar drüber. Meine Aufgaben hier sind sehr breitgefächert, kann ich es nennen. Zum einen bin ich in der Organisation mit tätig. Heißt, ich werde in Projekte eingebunden, wo auch zum Teil ja noch nicht öffentliche Planungen im Vordergrund stehen. Zum anderen bin ich auch natürlich zuständig für handwerkliche Sachen. Das heißt, wenn der Handwerker hier oder der Hausmeister Hilfe braucht, dann greife ich ihm natürlich gerne unter die Arme. Was mir persönlich an meiner Arbeit am meisten Spaß macht, ist dienstags und donnerstags das LSK-Training, das heißt, die Schüler vom Sportgymnasium und von der Sport-Realschule im Alter von 12, 13 Jahren haben hier Dienstag- und Donnerstagvormittag ein Extratraining. Und ich habe eben die Chance, da schon mal ein bisschen die mitzutrainieren beziehungsweise auch mal Trainings zu leiten. Da lernt man schon viel, und das macht mir persönlich am meisten Spaß, weil man auch schon Trainererfahrungen in frühen Jahren sammeln kann.

Kannst du kurz sagen, was LSK heißt?

LSK ist halt eben diese Leistungsklasse, die es gibt in den Schulen. Oder das wird bei uns im Grunde auch “Verbundsport” genannt. Das ist eben dieses Extratraining, diese Möglichkeit, die die Schüler haben, einmal in der Woche noch statt dem Sportunterricht quasi hier bei uns am Platz in der Mannschaft mehr oder weniger zu trainieren, was, glaube ich, auch einen großen Vorteil hat, wenn man es auf die Dauer sieht.

Also das ist unterteilt. Diese Sportklassen sind natürlich auch für FC Bayern-München und auch Spielvereinigung Unterhaching. Wir gestalten das Ganze aber so, wir probieren, unsere Spieler zusammenzuholen. Das heißt, wir trainieren hier am Kunstrasen. Nur die U12 ist eine Gruppe quasi. Beziehungsweise andere Spieler von 60. Und trainieren nicht zusammen sozusagen mit Haching oder Bayern. Die sind dann nochmal aufgesplittet, damit man speziell auch hier seine eigene Mannschaft stärken kann. Das kommt natürlich drauf an, also wir haben zum Beispiel einen Fall, da ist ein Schüler halt jetzt leider sitzengeblieben. Und ist halt jetzt mit Jüngeren noch zusammen im Training, aber wir haben es so aufgesplittet, dass die Jüngeren in einer Trainingsgruppe sind und die etwas Älteren zusammen sind. Das heißt, die sind teils 13, aber auch halt mal 11 oder gerade aus der U10 rausgekommen. Also das ist unterschiedlich, aber wir probieren da schon, zwei separate Trainingsgruppen quasi zu organisieren.

Also für mich persönlich ist es eine große Ehre. Gerade für mich als 60er-Fan ist es natürlich schon toll, hier zu spielen und dann auch noch Kapitän zu sein, ist nochmal eine Schippe mehr, sage ich. Man schaut halt auf dem Platz, dass alle zusammenhalten. Man schaut, wenn mal einer nicht mitzieht, dass man dem die Leviten liest, wie man so schön sagt. Und man probiert eben, das Team zusammenzuhalten. Man probiert, am Platz eine Ansprechperson zu sein, die da ist, wenn es Probleme gibt, die vermittelt zwischen Trainer, Jugendleiter, aber auch zwischen den Spielern. Das heißt, wenn ein Problem in der Mannschaft ist, muss nicht immer gleich alles zum Trainer kommen, sondern geht auch mal über mich, beziehungsweise über den Mannschaftsrat, der bei uns auch vorhanden ist. Und ist natürlich schon eine schöne Möglichkeit für mich.

Also mein Ziel ist natürlich, bei 1860 München Profi zu werden. Und die nächsten Schritte muss man halt jetzt absehen, wie gut es läuft. Für mich persönlich wäre schon schön, möglichst schnell zu den Profis dazuzukommen, aber man muss auch immer geduldig sein, es geht nicht alles sofort. Wir haben halt das Musterbeispiel Julian Weigl, bei dem es ideal gelaufen ist. Davon würde ich auch mal träumen, wenn es so laufen würde. Aber ich würde speziell sagen, dass es für mich schon der nächste Schritt wäre, in der Regionalliga, also in der zweiten Mannschaft, gut Fuß zu fassen und dann möglichst bald eben mich auch bei den Profis irgendwann etablieren zu können.

Also ich bin größtenteils bei der U19 fest verankert. Ich war bei der U21 mit im Trainingslager in Obertraun, was schon eine schöne Erfahrung war. Da konnte man schon mal ein bisschen reinschnuppern. Und durfte bei einem Spiel, eben auch bei der U21 auf der Bank Platz nehmen, also ich durfte schon mal mit dabei sein. Es war gegen Burghausen. Und das ist auch schon mal ein Erlebnis, was einen, glaube ich, ein bisschen weiter bringt. Bei den Profis war ich jetzt noch nicht dabei. Aber ich denke, das kommt mit der Zeit.