Nachwuchsförderung – schulische Spielerbetreuung beim TSV 1860 München

Tamara Strauß, Lehramtstudentin, macht bei den Nachwuchsfußballern die Hausaufgabenbetreuung. Sie pflegt einen engen Kontakt zu den Lehrern der Spieler und ist informiert über die Leistungen ihrer Schützlinge. So kann sie schnell reagieren, wenn ein Spieler etwas mehr Hilfe benötigt.

Wie wird auf schlechte Noten reagiert?
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit der pädagogischen und sportlichen Abteilung?

Hier nochmal alles zum mitlesen:

Also ich heiße Tamara Strauß und ich bin hier zur Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung. Ich studiere Lehramt/Gymnasiallehramt für Englisch und Sport und stehe jetzt kurz vor dem Examen.

Also ich denke es ist auf jeden fall eine persönlichere Art der Betreuung, eine intensivere Art der Betreuung weil wir eben viele Informationen auch haben, bekommen auch immer Rückmeldung von den Schulen und von den Eltern und haben dann sehr persönlichen Kontakt zu den Spielern, was jetzt vielleicht in der Hausaufgabenbetreuung in der Schule nicht der Fall wäre.

Also ich würd jeden Fall sagen, dass wir sehr darauf achten, dass die Jungs nicht nur Fußball spielen, sondern auch eine gute Ausbildung haben, weil es eben auch einfach nicht alle schaffen wirklich Profisportler zu werden. Und ich denke als Elternteil kann man sie guten Gewissens hier abgeben damit/ also ich denke das es fast eine bessere Unterstützung ist als wenn nur Zuhause gelernt wird und die Eltern vielleicht noch über die Hausaufgaben drüber schauen, weil wir hier eben ausgebildete Fachkräfte sind.

Herr Navarro sagt mir was/ welcher Schüler jetzt welche Fächer lernen sollte oder wo er vielleicht schlechte Noten hat und gleichzeitig wenn jemand schlechte Leistungen in der Schule bringt, dann wird auch der Trainer informiert, dass heißt, da wird dann schon drauf geachtet dass alle Bereiche stimmen und nicht ein Schüler zum Beispiel super Fußball spielt aber in der Schule dann gar nichts mehr reißt.

Die Jungs haben genug Zeit ihren Hobbys nachzugehen, beziehungsweise ist das größte Hobby ja Fußball. Gleichzeitig müssen sie aber auch ihre Hausaufgaben machen, müssen sich vorbereiten auf Prüfungen. Das können sie hier in der Hausaufgabenbetreuung. Und das können sie zeitlich auch sehr gut machen, weil sie eben direkt vor dem Training hierbleiben können. Das heißt, sie brauchen nicht nochmal nach Hause fahren und dann erst wieder ins Training fahren, da geht ja auch viel Zeit verloren. Hier können sie direkt nach der Schule herkommen, hier Hausaufgaben machen, bekommen hier die Betreuung durch uns, und dann können sie direkt ins Training.

Also zunächst würden wir natürlich versuchen, die schulischen Leistungen durch Nachhilfe zu verbessern. Also einfach dem nachgehen, wo die Probleme sind und da intensiv dann Nachhilfe ansetzen. Und wenn das nichts bringt, dann müsste man sehen, ob vielleicht auch der Fußball zurückgestellt wird für eine gewisse Zeit, bis sich die schulischen Leistungen verbessern. Und es wurden auch schon mal, wenn in der Schule etwas nicht gut lief oder ein schlechtes Verhalten an den Tag gelegt wurde, dann wird auch mal Trainingsverbot ausgesprochen, damit die Spieler auch merken, dass es Priorität hat.

Also ich finde, dass die Zusammenarbeit in dem Verein sehr gut ist, dass sich alle Abteilungen gegenseitig unterstützen, sei es die pädagogische und die sportliche Abteilung oder andere Abteilungen. Wir haben einen sehr guten Kontakt untereinander und es ist eine schöne Atmosphäre für die Spieler und für alle, die hier arbeiten. Primär wollen die Jungs auf jeden Fall Fußballer werden, aber wir jetzt besonders hier in der Hausaufgabenbetreuung setzen schon die Priorität auf die Schule und versuchen ihnen klarzumachen, dass das das Wichtigste ist, weil es eben einfach schwer ist, Profifußballer zu werden. Und es gibt auch noch ein Leben nach dem Profifußball, wofür eine gute Ausbildung einfach wichtig ist.