Übergangskoordinator Wittmann über seine Arbeit beim TSV 1860 München

Jürgen Wittmann, Übergangskoordinator, ist das Verbindungsglied zwischen der U19, U21 und dem Profibereich. Er betreut die Spieler, die zwischen den Mannschaften pendeln.

Was sind die Aufgaben eines Übergangskoordinators?
Worum handelt es sich bei dem Förderplantraining?

Und hier nochmal alles zum nachlesen:

Also mein Name ist Jürgen Wittmann. Ich bin hier tätig seit 2013 als Übergangskoordinator. Bin im Verein seit 2001, also jetzt im 14. Jahr. War am Anfang noch dritter Torhüter bei den Profis beziehungsweise Amateurtorhüter. Bin dann seit 2003 vier Jahre schon tätig gewesen im Nachwuchsleistungszentrum als Torwarttrainer U16 bis U21, war dann sechs Jahre bei den Profis Torwarttrainer und bin seit letztem Jahr jetzt in dieser Funktion. Also im Prinzip schon relativ lange dabei jetzt bei 1860.

Am Ende bin ich da so bisschen Verbindungsglied ab der U19, will ich mal sagen, also im oberen Leistungsbereich, U21 und die Zwischenspieler zwischen der U21 im Profibereich, die also schon oben mittrainieren, wie zum Beispiel aktuell Marius Wolf, Maximilian Wittek, Richy Neudecker, die halt da bisschen zwischen den Mannschaften halt pendeln, dass man da ein bisschen die Koordination übernimmt, ja, wo sie trainieren, Belastungssteuerungen, die Richtung, bei den einzelnen Gesprächen halt auch dabei ist. Wir haben dann immer Zielvereinbarungsgespräche, mittelfristige Karriereplanungen, die dann dreimal im Jahr geführt werden im Endeffekt von den entsprechenden Trainern, wo aber ich auch immer als Teilnehmer dabei bin, die ganzen Sachen dokumentiere und dann halt an unsere Datei anhefte. Und desweiteren, im Endeffekt bin ich auch immer bei dem Fördertraining mit dabei. Wir haben also in allen 14 Tagen am Mittwoch immer mit den Toptalenten ab der U15 zwei Förderkadermannschaften, das heißt, Förderkader 2 ist U15, U16, U17. Und der Förderkader 1 setzt sich, wie gesagt, aus den U19, U21 und diesen Übergangsspielern zusammen. Bei diesen Trainings bin ich auch immer mit dabei und habe am Montag dann immer so ein Förderplantraining, nennt sich das, das ist aber eben ein Altersprojekt von U12 bis U14, das machen wir auch in vier Blocks pro Jahr. Jeder Block circa fünf bis sechs Wochen. Das läuft also am Montagnachmittag immer auf. Das ist auch so ein individuelles Förderprogramm, wo die Vorgaben im Athletikbereich beziehungsweise im technisch-taktischen Bereich vorgegeben werden und die entsprechenden Trainer mir diese Einteilung vornehmen, in welchen Bereichen sie die jeweiligen Spieler verbessern können.

Ich denke mal, diese Durchlässigkeit ist halt relativ hoch, weil unsere erste Mannschaft im Endeffekt jetzt natürlich auch bekannterweise im elften Jahr schon in der 2. Liga spielt und deshalb natürlich auch der Sprung schneller geht wie jetzt bei einem etablierten Erstligisten. Das heißt, die Spieler, die sich halt jetzt über schon eine gewisse Strecke konstant präsentieren im U19/U21-Bereich, sind natürlich sofort hier im Fokus und haben natürlich eine sehr, sehr gute Chance, relativ schnell über Trainingsteilnahme Profis dann natürlich auch mal in den Kader zu rutschen beziehungsweise relativ schnell dann auch mehr Einsatzzeiten zu bekommen. Das ist natürlich für die Spieler, die jetzt hier bei uns sind, dann ein Riesenvorteil. Das heißt, es geht relativ schnell. Man muss natürlich dann auch dann entsprechend wieder was daraus machen. Man ist relativ schnell oben, aber sich da zu etablieren, ist ja dann auch erst wieder der nächste Schritt. Aber der erste Schritt ist natürlich bei 1860 sehr, sehr schnell möglich, und das wissen die Spieler. Deshalb haben wir natürlich auch so in den letzten Jahren eigentlich auch immer ganz gute Talente rausgebracht.

Ja, also wir haben da wöchentliche Sitzungen. Das funktioniert auch bei uns sehr, sehr gut. Also wir treffen uns in der Regel immer am Donnerstag in nächster Nähe zu den Wochenendspielen, dass man halt auch immer ein bisschen die Planung auch schon vorantreiben kann, wer wo vermutlich eingesetzt wird. Trifft sich halt jedes Mal ein Gremium aus dem Lizenzbereich, wo im Normalfall der sportliche Leiter mit dabei ist, im Normalfall entweder Chef-Trainer oder Co-Trainer mit dabei ist, aus der Scouting-Abteilung im Normalfall jemand dabei ist, aus dem Profibereich und von unserer Seite ab der U17 jeder Chef-Trainer mit dabei ist beziehungsweise der Wolfgang Schellenberg als sportlicher Leiter NLZ und meine Wenigkeit. Und wir tauschen uns da aus, wo halt immer einfach ganz normal der aktuelle Leistungsstand der einzelnen Kandidaten diskutiert wird. Dann natürlich auch neue Kandidaten, die sich wieder in den Fokus spielen, ich sage mal, speziell aus der U21, die dieses Jahr sehr erfolgreich spielt, die Normen werden diskutiert und dann kommt man im Normalfall auch relativ rasch auf einen gemeinsamen Nenner. Und die werden halt dann auch wieder über Trainingsteilnahme im Profis, können sich die auch wieder relativ schnell dann oben präsentieren und schaffen das in der Regel auch mal, sage ich mal, Kaderplätze einzunehmen, was für die Jungs auch schon wieder ein ganz guter Erfolg ist.

Na ja, ich sage einfach, das traditionell ist, was für mich immer wichtig ist, der traditionelle Spielstil, wie ich eigentlich 1860 noch wahrgenommen habe, als ich noch, sagen wir mal, als 20-Jähriger, 15-Jähriger, wo man Fußball wahrnimmt, das war halt für mich immer noch eine Kampftruppe, ja, mit einigen technischen Elementen später, aber für mich steht halt immer 1860 Paradebeispiel einfach ein Thomas Miller, der natürlich da das Paradebeispiel war für Giesings Höhen, für Grünwalder Stadion ausverkauftes Haus, hitzige Atmosphäre, wo es halt einfach mal richtig auf die Socken geht gleich am Anfang. Und dann später natürlich die große Zeit, die ich jetzt auch bei 1860 selber noch erlebt habe um die Jahrtausendwende, als man einfach halt hier einen Weltstar wie einen Thomas Häßler, wie einen Davor Šuker dagehabt hat und natürlich sensationelle Stürmen wie einen Bernhard Winkler, wie einen Martin Max, also da habe ich ein paar Mal noch mittrainieren dürfen, muss ich sagen. Ich kam selber aus Unterhaching, aus Bundesliga- und Zweitligazeiten, aber es war für mich einfach eine Ehre, hier einfach mit solchen Weltstars trainieren zu dürfen. Und ich habe da die gewisse Demut an den Tag gelegt und habe das wirklich sehr, sehr zu schätzen gewusst, ja. Also von daher ist 1860 für mich schon auch noch die große Ära, sage ich mal, 80er oder 90er Jahre im Endeffekt, die Lorant-Zeiten. Und vorher halt auch aus der Bayernliga beziehungsweise die ersten Aufstiege halt mit so Kandidaten wie ich selber noch, wie der Horst Schmidbauer, der bei uns auch noch so Verbindungsmann aus dem LSK-/ Gymnasiumbereich ist. Oder halt ein Thomas Miller oder Magic Kneißl damals, das waren auch so Gegner damals in Bayernliga-Zeiten. Und da hat man natürlich 1860 auch immer schätzen gelernt, ja, weil das eigentlich der große Verein war, der halt leider Gottes damals immer so harte Bayernligazeiten erleben musste. Und wir haben halt dann auch mit anderen Vereinen auch noch gegen die spielen dürfen, wo halt auch jedes Mal immer ausverkauftes Haus war auf Giesings Höhen, da ist man auch als Gegner natürlich auch sehr, sehr begeistert gewesen. Aber das waren eigentlich so die Zeiten, wie man eigentlich 1860 oder wie ich 1860 dann das erste Mal bewusst so wahrgenommen habe.

Ja, ich denke, da versucht man jetzt jahrelang schon, in verschiedenen Positionen, und ich weiß natürlich selber, ich habe das jetzt auch im obersten Bereich auch mitbekommen, wie schwer es natürlich ist, hier den letzten Schritt zu machen, und man kann einfach nur hoffen, dass halt irgendwann jetzt einmal der Durchbruch gelingt, in welcher Konstellation auch immer. Aber es ist halt einfach für 1860 kurzfristig einfach nötig, mal hochzukommen, aber es ist natürlich auch eine verdammt schwere Aufgabe.

Ich denke, wir können nur unseren kleinen Beitrag dazu leisten, dass man halt immer wieder Talente hochbringt. Für uns halt zuletzt natürlich auch Julian Weigl, der jetzt einmal aktuell halt den Schritt am weitesten gemacht hat, Maxi Wittek, der an der Tür dazu steht. Man hat natürlich einen Marius Wolf, man hat jetzt im Moment natürlich in der U21 einen Korbi Vollmann, der also auch immer noch, sage ich, vielleicht jetzt den zweiten Schritt machen kann, der sehr lang schon dabei ist, der im Moment auch eine super Entwicklung nimmt, da habe ich jetzt die Hoffnung auch noch nicht verloren, dass der bei uns vielleicht im Profibereich auch nochmal richtig durchstarten kann.

Also es gibt immer wieder Talente, auch wenn ich runterschaue, ich bin eigentlich auch regelmäßig bis zur U12 dabei und verschaffe mir zumindest in den Spielen mal ein bisschen einen Überblick, es sind in jeden Mannschaften, die wir haben, auch immer ein, zwei, vielleicht mal drei Kandidaten dabei, wo man sich schon vorstellen kann, dass das wieder mal ein neuer Kevin Volland werden kann, ein neuer Stefan Aigner werden kann, Julian Baum, Breitinger, alles, was wir gehabt haben. Also das sind unzählige Beispiele. Und von daher glaube ich einfach, obwohl es schwerer wird natürlich auch, die Spieler zu akquirieren, weil die Konkurrenz in Bayern einfach jetzt auch größer wird mit FC Augsburg und FC Ingolstadt, dass wir immer wieder die Spieler trotzdem überzeugen können, zu uns zu kommen. Und von daher gebe ich eigentlich die Hoffnung nicht auf, dass mit vielen eigenen Talenten natürlich auch der Sprung dann nochmal gelingen kann. Und je mehr, umso besser aus dem eigenen Kader natürlich, wenn man den Aufstieg schafft.