„90 Minuten Action“: So arbeitet Jens Schüler im Nachwuchs des FC St. Gallen

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In der neuen Folge des 1x1SPORT #FUSSBALLTRAINER Podcasts gibt Jens Schüler, U17-Cheftrainer beim FC St. Gallen, detaillierte Einblicke in den professionellen Jugendfußball der Schweiz. Während sein Weg vom Amateur zum Profi-Coach ungewöhnlich ist, liegt der Fokus dieser Episode vor allem auf der täglichen Arbeit am Campus, der Trainingsphilosophie und der Führung junger Talente.

Heavy Metal im Jugendfußball

Die Spielphilosophie, die Jens beim FC St. Gallen verfolgt, ist stark von der „Rangnick-Schule“ geprägt. Das Ziel ist klar definiert: „Wir wollen den Ball erobern.“ Jens beschreibt den Ansatz als hochenergetisch und zuschauerorientiert:

„Es ist Action. Du kriegst 90 Minuten Action geliefert.“

Um diesen Stil umzusetzen, müssen Fehler sofort abgehakt werden. Wer den Ball verliert, darf nicht in eine „Opferrolle“ verfallen (z.B. Abwinken), sondern muss sofort ins Nachsetzen kommen,.

Struktur: Vormittagstraining und „richtiger Widerstand“

Ein großer Vorteil beim FC St. Gallen ist die enge Verzahnung von Schule und Sport, die Vormittagseinheiten ermöglicht. Dies erlaubt Jens eine hohe Individualisierung,:

  • Dienstags: Fokus auf technische Defizite (z.B. erster Kontakt, Kopfball).
  • Mittwochs: Positionsspezifisches Training, bei dem auch Altersklassen (U15 bis U19) gemischt werden.

Ein besonderes Augenmerk legt Jens auf das biologische Alter. Spieler, die körperlich noch nicht so weit sind („retardiert“), werden nicht aussortiert, sondern gezielt gefördert. Manchmal bedeutet das, sie in Kooperationsvereine zu geben, um ihnen den „richtigen Widerstand“ zu bieten, damit sie sich über Spielzeit und Erfolgserlebnisse entwickeln können.

Hohe Aktionsdichte im Training

Jens ist kein Fan von langen Standzeiten. Sein Trainingsprinzip lautet: „Möglichst hohe Ballkontaktzeit pro Spieler“. Passivität, etwa wenn ein ballferner Spieler abschaltet, ist für ihn ein „No-Go“. Inspiriert von Trainern wie Fabian Hürzeler nutzt er Spielformen in Positionsstrukturen, die durch das Einspielen zweiter Bälle eine extrem hohe Intensität und Wiederholungszahl erzeugen, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.

Härte durch Beziehung

Vielleicht der wichtigste Aspekt seiner Arbeit ist die Führung. Jens betont, dass man als Trainer nur dann harte, sportliche Grenzen ziehen kann, wenn die Beziehungsebene stimmt.

„Zwischenmenschliche Beziehungen sind da erstmal das Wichtigste.“

Er investiert viel Zeit in Gespräche abseits des Platzes (z.B. beim Kaffee), um den Menschen hinter dem Spieler kennenzulernen. Nur weil ein Spieler weiß, dass er als Mensch geschätzt wird, kann Jens sportlich kompromisslos sein – etwa wenn ein Spieler nicht aggressiv verschiebt. Die Trennung von Sache und Person ist hierbei entscheidend.

Mehr von Jens und 1x1SPORT: Jens war auch Teil der Matchplan Konferenz. Wer noch tiefere Einblicke in seine Arbeit, taktische Themen wie Raumaufteilung und Trainingsformen erhalten möchte, findet diese im kommenden Kurs zur Konferenz. Stay Tuned!

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