Von der Passform zum Spielsystem – und zurück: Wer als Fußballtrainer auf dem Platz steht, kennt das Gefühl. 90 Minuten Trainingszeit wollen gefüllt werden – oft mit Übungen, die „schon mal funktioniert haben“. Doch reicht das wirklich? Oder braucht es mehr Struktur, mehr Strategie, mehr Spielverstehen?
Simon Schröttle, ehemaliger NLZ-Trainer beim FC Augsburg, hat eine klare Meinung: „Viele Trainer trainieren, wie sie selbst einst trainiert wurden – statt sich vom Spiel und den Spielern leiten zu lassen.“ In unserer aktuellen Podcastfolge bei 1x1SPORT erklärt er, wie moderne Trainingsmethodik aussehen kann und warum sie mehr mit Beobachten, Fragenstellen und individueller Förderung zu tun hat als mit standardisierten Übungsreihen.
Trainingsmethodik beginnt mit Denken – nicht mit Aufwärmen
In seinem Werdegang als Trainer, Autor und Gründer einer eigenen Fußballschule hat Schröttle hunderte Trainingseinheiten analysiert und immer wieder die gleichen Fehler gesehen:
- Training ohne übergeordnetes Ziel
- Übungen ohne Spielbezug
- mangelnde Variation
- zu lange Monologe, zu wenig Eigenverantwortung der Spieler
Stattdessen plädiert er für ein Umdenken: „Trainingsmethodik ist kein Selbstzweck. Sie muss den Spielern helfen, die Probleme zu lösen, die sie am Wochenende wirklich auf dem Platz haben.“
Das bedeutet: Weniger „Schablonen“-Coaching – mehr situatives, anpassbares Training, das sich an den Positionsprofilen, Spielphasen und Persönlichkeiten der Mannschaft orientiert.
Vom stummen Verteidiger zum mitdenkenden Spielgestalter
Besonders spannend ist Schröttles Perspektive auf das Verhältnis von Mannschaftstaktik und individueller Ausbildung. Im Jugendbereich hält er wenig von festen Positionen – vielmehr sollen Spieler bis zur U15 möglichst viele Rollen kennenlernen, um Spielintelligenz und taktisches Verständnis zu entwickeln.
Ein gutes Beispiel: Ein späterer Innenverteidiger, der als Kind oft im Sturm gespielt hat, versteht Angriffsbewegungen besser – und kann sie im Defensivspiel antizipieren. Andersherum profitieren Offensivspieler enorm davon, wenn sie lernen zu verteidigen – und nicht bloß „oben warten“.
Sein Motto: „Spieler, die viel gespielt haben, brauchen irgendwann keinen Trainer mehr.“
Jetzt reinhören: Der Podcast für alle, die Trainer nicht nur sein, sondern besser werden wollen
Simon Schröttle spricht im Podcast über:
- seine ganz persönlichen Learnings aus dem NLZ-Alltag
- kreative Ideen für Trainingsgestaltung trotz Platzmangel
- den Umgang mit Alpha-Typen in der Mannschaft
- die unterschätzte Bedeutung von Spielfortsetzung & Ballmanagement
- warum Shotclocks im Fußball ein Gamechanger sind
- und weshalb Ansprachen oft überbewertet – und gut gestellte Fragen unterbewertet sind.
💡 Du trainierst selbst eine Jugendmannschaft? Oder willst dein Team taktisch weiterentwickeln? Dann ist diese Folge Pflichtprogramm.
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