Wenn im Spiel alles flüssig aussieht – der Ball klebt am Fuß, der erste Kontakt sitzt, der Pass kommt perfekt in den Lauf –, dann steckt dahinter oft eines: exzellentes Techniktraining. Markus Steffen, erfahrener Techniktrainer für Profis, Nachwuchsspieler und Gründer des Podcasts „Technik vor Taktik“, spricht im 1x1SPORT #FUSSBALLTRAINER Podcast über die Kunst, technische Qualität gezielt und nachhaltig zu entwickeln.
Vom Detail zum Unterschied
Markus Steffen hat sich in den letzten Jahren auf das individuelle Techniktraining spezialisiert. Seine Klienten reichen von Drittligaspielern bis hin zu Champions-League-Profis. Im Gespräch erklärt er, wie kleine, präzise Korrekturen enorme Wirkung entfalten können – sei es beim ersten Kontakt, beim Flugball oder im 1-gegen-1.
„Oft reicht eine kleine Veränderung im Bewegungsablauf – etwa an der Hüfte oder Schulter – und der Ball läuft plötzlich sauber. Techniktraining ist kein Zufall, sondern Analyse und Beobachtung.“Steffen arbeitet mit klar definierten Fehlerbildern (nach innen, nach außen, zu hoch, zu niedrig) und zeigt, wie Trainer durch anatomische Coachingpunkte schnell Ergebnisse erzielen können. Statt unzähliger Hütchen oder komplizierter Parcours setzt er auf einfache Übungsformen mit maximaler Präzision.
Anatomie trifft Fußball
Besonders spannend ist Steffens Ansatz, Techniktraining auf Bewegungsketten aufzubauen: Schulter, Hüfte, Knie und Fuß stehen in direkter Verbindung. Wer die Zusammenhänge versteht, kann gezielter coachen. Ein Beispiel:
„Wenn der Fuß nicht richtig kippt, liegt das Problem oft nicht am Sprunggelenk, sondern am Knie. Kleine Hebel – große Wirkung.“So wird Techniktraining zu einer Wissenschaft im besten Sinne – praxisnah, individuell und sofort spürbar.
Videoanalyse und Coaching im Detail
Markus Steffen filmt nahezu jede Einheit und nutzt Videofeedback, um Fortschritte sichtbar zu machen. Statt Spieler mit Fehlern zu konfrontieren, setzt er auf Motivation durch Erfolgserlebnisse:
„Nach der ersten Einheit bekommen sie noch Korrekturvideos, später nur noch Best-Practice-Szenen. Spieler sollen sehen, was funktioniert – nicht, was schiefgeht.“Mit seinem BP/KB-System (Best Practice / Korrekturbedarf) und visuellen Überlagerungen veranschaulicht er Bewegungen bis ins Detail – und schafft damit Aha-Momente für Spieler und Trainer gleichermaßen.
Technik im Mannschaftstraining
Auch im Teamtraining sieht Steffen enormes Potenzial, technische Qualität gezielt zu fördern. Durch clevere Organisation und einheitliche Sprache – etwa über Fußzonenmodelle oder Fehlerbild-Gruppen – können Trainer auch mit größeren Gruppen effektiv arbeiten.
„Wenn alle dieselbe Sprache sprechen, kann ich im Spiel einfach reinrufen: ‚Fußzone!‘ – und der Spieler weiß sofort, was gemeint ist.“So entsteht eine Kultur, in der Techniktraining kein isolierter Block ist, sondern Teil der täglichen Spielentwicklung.
Vom Trainer zum Coach
Über die Jahre hat Markus Steffen nicht nur seine Trainingsmethodik, sondern auch seine Rolle verändert. Früher dominierte die klassische Ansprache – heute arbeitet er partnerschaftlich mit den Spielern:
„Ich sehe mich nicht als Besserwisser, sondern als Begleiter. Spieler müssen verstehen, warum etwas funktioniert – dann bleibt es auch hängen.“Seine Workshops und Fortbildungen folgen demselben Prinzip: einfach denken, gezielt handeln, präzise coachen.
Ein Podcast für alle, die Technik neu denken wollen
Diese Episode ist ein Muss für alle Trainerinnen und Trainer, die Techniktraining nicht als Routine, sondern als entscheidenden Entwicklungsfaktor sehen. Sie zeigt, wie man mit klarer Beobachtung, anatomischem Verständnis und intelligentem Coaching große Fortschritte erzielt – vom Nachwuchs bis zur Bundesliga.
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