U17 und U19 – Vorbereitung auf den Herrenbereich

Hat diese DFB-Reform den Nachwuchsfußball wirklich besser gemacht?

In der Saison 2024/25 ersetzen die DFB-Nachwuchsligen (U17 und U19) die bisherigen Junioren-Bundesligen durch ein zweiphasiges System mit regionaler Vorrunde und anschließender Aufteilung in Liga A (Meisterrunde) und Liga B. Leistungszentren sind dauerhaft gesetzt, Amateurvereine können sich flexibel während der Saison dazu spielen. Neu ist auch die Möglichkeit, bis zu 7-mal je Partie zu wechseln.

Was erhofft sich der DFB von der Reform?

Weniger Ergebnisdruck, mehr Entwicklung:

Weil Leistungszentren nicht mehr absteigen können, müssen Trainer nicht mehr „auf Sicherheit spielen“. Statt defensiver Taktik und Fehlervermeidung sollen Spieler mutiger agieren, Dinge ausprobieren und sich individuell entwickeln.

Bessere Spielqualität durch ausgeglichene Gegner:

Durch die Aufteilung in Liga A und B spielen Teams häufiger auf ähnlichem Niveau. Das erhöht den Lerneffekt stärker als sehr einseitige Spiele.

Mehr Einsatzzeiten für Spieler:

Durch die erweiterten Wechselmöglichkeiten können mehr Spieler regelmäßig spielen – wichtig für Entwicklung statt nur für die „beste Elf“.

Fairere Chancen für Amateurvereine:

Gute Jahrgänge werden sofort belohnt (Aufstieg während der Saison), nicht erst im nächsten Jahrgang. Gleichzeitig werden mehr Amateurteams insgesamt eingebunden.

Und? Hat diese DFB-Reform den Nachwuchsfußball wirklich besser gemacht?

Die Reform der Nachwuchsligen verbessert die Bedingungen besonders für kleinere Leistungszentren. Sie müssen nicht mehr um den Klassenerhalt kämpfen und können sich stärker auf die Entwicklung der Spieler konzentrieren. Der Wettbewerb um die Liga A sorgt trotzdem für Bedingungen, welche zu Entscheidungen zu Gunsten von Ergebnissen statt der Entwicklung verleiten können.

Im Gegensatz zum alten System betrifft die Entscheidung über Liga A oder B aber den aktuellen Jahrgang und nicht den Folgejahrgang. So spielen Jahrgänge auf ihrem passenden Leistungsniveau. Für einen starken Folgejahrgang hatte ein Abstieg aus der Junioren-Bundesliga dagegen weitreichende Folgen für die sportliche Entwicklung.

Auch Amateurvereine profitieren. Sie können sich während der Saison in die Liga hochspielen. Somit werden starke Jahrgänge direkt belohnt. Viele dieser Teams waren in der letzten Saison dabei auch konkurrenzfähig.

➔ Insgesamt haben sich die Rahmenbedingungen für die individuelle Entwicklung deutlich verbessert. Der tatsächliche Effekt hängt aber davon ab, wie gut die Vereine diese Möglichkeiten nutzen.

Gleich gehts weiter...

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Autor: Luis Österlein

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