Was ist die Restverteidigung?
Sie beschreibt die Positionierung (von Teilen) der eigenen Mannschaft im Ballbesitz, welche auf eine günstige Ausgangslage nach Ballverlusten abzielt, um gut ins Gegenpressing zu kommen und um gegnerische Konter wirksam verteidigen zu können.
Im besten Fall sorgen die Spieler der Restverteidigung aber nicht nur für eine Absicherung für defensiven Umschaltphasen, sondern auch für einen Mehrwert im Ballbesitzspiel. Diese Doppelfunktion stellt eine Herausforderung dar, die ein ständiges Abwägen erfordert. Bei diesem Spagat zwischen offensiver Präsenz und Absicherung spielen oftmals die Abstände unter den Mitspielern und die Anhaltspunkte bei der eigenen Positionierung eine entscheidende Rolle:
- Sind die Abstände innerhalb der Restverteidigung zu eng, kann das eigene Offensivspiel darunter leiden. Sind sie zu weit, fehlt nach Ballverlust der Zugriff.
- Wird sich bei der Positionierung zu sehr oder ausschließlich auf die eigene Anspielbarkeit fokussiert, fehlt der Zugriff bei einem Ballverlust. Wird sich umgekehrt jedoch zu stark oder nur am Gegenspieler orientiert, leider das Ballbesitzspiel.
- Eine funktionierende Restverteidigung findet die Balance: Angreifen können, ohne angreifbar zu sein.
Wie kann die Restverteidigung organisiert werden?
Die Restverteidigung lässt sich grob in zwei grundlegende Organisationsformen unterteilen: raumorientierte und mannorientierte Varianten.
Bei Orientierung am Raum bleibt die eigene Struktur stabiler. Die Position erfolgt stärker in Relation zu den Mitspielern und dem Raum. Gleichzeitig ist die raumorientierte Variante hinsichtlich der Kommunikation und Organisation komplexer.
Die Orientierung am Mann liefert hinsichtlich der Organisation deutlich mehr Klarheit. Dafür ist die eigene Struktur viel stärker durch die Positionierung der gegnerischen Konterspieler abhängig und damit instabiler.
Um die Unterschiede zwischen Raum- und Mannorientierung greifbar zu machen, werden im weiteren Verlauf des Beitrags konkrete Beispiele zur Organisation der Restverteidigung vorgestellt. Diese sollen praxisnahe Optionen aufzeigen und ein tieferes Verständnis für die jeweiligen Ansätze vermitteln.
Mann-gegen-Mann

Abbildung 1: Mann-gegen-Mann in Restverteidigung: 2 Restverteidiger gegen 2 Konterspieler
Bei der Organisationsform „Mann-gegen-Mann“ in der Restverteidigung ist jedem gegnerischen Konterspieler ein Restverteidiger zugeordnet und es wird in einer klaren Manndeckung agiert. Das bedeutet bei 1 Konterspieler gibt es 1 Restverteidiger, bei 2 Konterspielern gibt es 2 Restverteidiger, usw.
Somit wird in der Restverteidigung als auch im Offensivspiel in Gleichzahl gegen den Gegner agiert. Mit diesen Zahlenverhältnissen lässt sich in der Offensive gut Druck erzeugen, Überzahl herstellen und gut ins Gegenpressing kommen. Zeitgleich ist dieser Ansatz mit einem hohen Risiko und Nachteilen verbunden:
➔ Wenn ein Gegenpressing nicht greift: Ein verlorenes Duell oder ein Gegenspieler, welcher schneller als die offensiven Mitspieler nachrückt, führt direkt zu einer Unterzahl
➔ Durch die klare Zuordnung und die Gleichzahl, können sich die Restverteidiger kaum ins Offensivspieler einschalten
➔ Mannorientierte Varianten sind sehr reaktiv – dadurch können die gegnerischen Konterstürmer Räume gezielt öffnen/frei lassen
Anmerkung:
➔ Die Variante Mann-gegen-Mann eignet sich erst ab 2 oder mehr gegnerischen Konterspielern, da sonst keine gegenseitige Absicherung möglich ist.
Mann-gegen-Mann +1
Die Variante „Mann-gegen-Mann+1“ verhält sich identisch zu der vorherigen Option – nur mit dem Unterschied, dass es neben den mannorientierten Restverteidigern noch ein zusätzlicher Mitspieler in der Restverteidigung agiert. Somit wird gegen 1 Konterspieler mit 2 Restverteidigern agiert, gegen 2 gegnerische Konterspieler mit 3 Restverteidigern, usw.
Abhängig von dessen Positionierung des zusätzlichen Restverteidigers, verändert sich die Konterabsicherung, die Bedingungen für ein Gegenpressing und die mögliche Einbindung ins Ballbesitzspiel:
Gleich gehts weiter...
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Autor: Luis Österlein









