Wie coache und trainiere ich Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren?

In einem meiner letzten Beiträge bin ich auf die fußballerische Ausbildung von Kindern eingegangen. Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass Kinder anders trainiert werden müssen als Erwachsene – das hängt beispielsweiße damit zusammen, dass Kinder unter 10 Jahren noch über eine kürzere Aufmerksamkeitspanne verfügen und noch nicht hypothetisch denken können.

Schau gerne mal in den Beitrag rein: „Kinderfußball – Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“

➔ In dem Beitrag erkläre ich die kognitiven und emotionalen Besonderheiten von Kindern zwischen 6-9 Jahren und 10-12 Jahren. Darauf aufbauend gebe ich dir Tipps für das Training und das Coaching der beiden Altersklassen.

Was ist mit den Bambinis?

Die Jüngsten wollen wir natürlich nicht vernachlässigen. Ganz im Gegenteil. In diesem Beitrag widmen wir uns voll und ganz der fußballerischen Ausbildung von Kindern zwischen 4 und 6 Jahren.

Zunächst beleuchten wir den kognitiven, körperlichen und emotionalen Entwicklungsstand von Bambinis – wie denken, fühlen und bewegen sich Kinder zwischen 4 und 6 Jahren?

Die kognitive Entwicklung

  • Im Alter von 4 bis 6 Jahren denken Kinder nahezu komplett egozentrisch. Sie gehen davon aus, dass alle anderen genauso denken und fühlen wie sie.
  • Sie konzentrieren sich meist nur auf ein Merkmal – das führt dazu, dass andere wichtige Dinge oft übersehen werden. Ab 6 Jahren beginnen Kinder mehrere Merkmale gleichzeitig zu erkennen.
  • Ein symbolisches Denken und Rollenspiele werden häufig in der Altersspanne von 4 bis 6 Jahren genutzt – Beispiele: Der Stock ist ein Schwert
  • Sie verfügen über einen sehr begrenzten Wortschatz
  • Sie können weder abstrakt noch hypothetisch denken
  • Logisches (taktisches) Denken ist den Kindern noch nicht möglich („Wenn… ,dann…“)

Liebe für den Fussball wecken!

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Die emotionale Entwicklung

Bambinis kämpfen in der Regel noch sehr stark mit der Regulation ihrer Emotionen. Es kann im Training schon mal vorkommen, dass die Tränen fließen oder Situationen verlassen werden. Außerdem zeigen Kinder in der Altersklasse ein sehr wechselhaftes Verhalten – in der einen Minute ist ein Kind noch ruhig und im nächsten Moment plötzlich sehr fordernd.

Gleichzeitig beginnen die Kinder aber auch Strategien zu entwickeln, um ihre Emotionen zu regulieren.

Die körperliche Entwicklung

Viele Grundbewegungen wie Balancieren, Richtungswechsel, Beschleunigen, Abbremsen oder Springen sind noch nicht automatisiert. Die motorischen Fähigkeiten in diesem Alter sind oftmals sehr unterschiedlich entwickelt - während das eine Kind seinen Körper schon gut koordinieren kann, kämpft das andere noch mit einfachen Bewegungsabläufen.

Was bedeutet das für das Training?

Die Theorie ist abgeschlossen - ab in die Praxis! Basierend auf dem Entwicklungsstand stellen wir dir jetzt vor, wie du ein Bambini-Training gestalten solltest, damit sich die Kinder verbessern und sie ein positives Verhältnis zum Fußball entwickeln:

  • Wie sollten Übungen gestaltet werden?
  • Wie sollten die Kinder gecoacht und betreut werden?
  • Wie kannst du den Herausforderungen der Altersklasse begegnen?

5 Tipps für deine Bambini-Training

#1 Kindgerechtes Coaching

Sprich einfach, bildhaft und knapp. Verzichte auf lange Erklärungen oder Fachbegriffe. In der Kommunikation im Kindertraining gilt meist: „Weniger ist mehr!“

So geht’s in der Praxis:

  • Verwende bildhafte Begriffe: Statt „dribbeln“ kannst du zum Beispiel „mit dem Ball spazieren gehen“ oder „den Ball streicheln“ verwenden.
  • Zeige, was du meinst: Kinder lernen durch Nachahmung.
  • Halte die Aufmerksamkeit durch Fragen wach: „Wer kann sich leise wie eine Katze bewegen?“
  • Wiederhole wichtige Anweisungen regelmäßig in gleicher Sprache.
  • Sprich auf Augenhöhe mit den Kindern (auch körperlich).
  • Nenne deine Spieler beim Namen und verwende eine freundliche, ruhige Stimme.
  • Lob und Ermutigung wirken in diesem Alter Wunder: „Das hast du toll gemacht – magst du’s nochmal zeigen?“

Gleich gehts weiter...

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Autor: Luis Österlein

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