Fast 20 Jahre Trainererfahrung bei der SpVgg Greuther Fürth, zahlreiche Nachwuchsmannschaften, drei Jahre bei den Profis und inzwischen die Verantwortung für die U19. Tobias Gitschier hat innerhalb eines Vereins viele unterschiedliche Perspektiven kennengelernt.
Im 1x1SPORT #FUSSBALLTRAINER Podcast spricht er darüber, was Spieler auf dem Weg nach oben brauchen, wie er junge Menschen führt und welche Prinzipien seine Arbeit auf und neben dem Platz bestimmen.
Tobias kam bereits als Spieler nach Fürth und wechselte nach einer Verletzung früh auf die Trainerseite. Seitdem hat er zahlreiche Altersklassen und Funktionen durchlaufen. Unter anderem war er U15 Cheftrainer, zehn Jahre für die U17 verantwortlich und drei Jahre Co-Trainer bei den Profis.
Auf diesem Weg arbeitete er mit späteren Profis wie David Raum, Jamie Leweling und Maximilian Bauer. Gerade diese Erfahrungen helfen ihm heute dabei, jungen Spielern zu vermitteln, was für den nächsten Schritt wichtig ist.
Authentizität und Menschenführung
Für Tobias beginnt gute Trainerarbeit bei der eigenen Persönlichkeit. Ein Trainer sollte keine Rolle spielen, sondern authentisch bleiben.
„Das Wichtigste ist, dass du als Trainer authentisch bist und nicht irgendeine Rolle spielst.“
Das bedeutet für ihn nicht, sich nicht weiterzuentwickeln. Auch er hat über die Jahre Fehler gemacht und daraus gelernt. Entscheidend ist für ihn aber, offen und ehrlich mit Spielern zu kommunizieren und sie auf dem gemeinsamen Weg mitzunehmen.
Dabei hilft ihm auch seine Arbeit als Lehrer. Viele pädagogische Themen, die ihm in der Schule begegnen, spielen ebenso im Umgang mit seinen U19 Spielern eine Rolle.
Mehr Einblicke in moderne Nachwuchsarbeit
Wie Nachwuchsarbeit in unterschiedlichen Vereinen organisiert wird und welche Strukturen Trainer bei der Entwicklung junger Spieler unterstützen können, zeigen wir auch im 1x1SPORT Online-Kurs "Inside Jugend". Dort geben verschiedene Vereine Einblicke in ihre tägliche Nachwuchsarbeit.

Vergleiche unterschiedliche Wege, hinterfrage deine eigene Arbeit und entwickle daraus neue Ideen für deine Nachwuchsausbildung.
Verantwortung statt ständiger Kontrolle
Ein zentraler Punkt seiner Arbeit ist Selbstverantwortung. Spieler sollen lernen, Probleme innerhalb der Mannschaft selbst anzusprechen und zu lösen. Das gilt bei kleinen organisatorischen Dingen genauso wie später auf dem Platz.
„Die Jungs sollen sich selber regulieren. Im Feld müssen sie sich auch selber regulieren.“
Für Tobias ist das ein wichtiger Teil der Ausbildung. Spieler müssen Entscheidungen treffen können, ohne ständig auf eine Anweisung von außen zu warten.
Auch bei Gesprächen unterscheidet er stark zwischen den einzelnen Spielern. Manche benötigen mehr Austausch, andere mehr Freiraum. Deshalb finden neben festen Feedbackterminen immer wieder kurze Gespräche im Trainingsalltag und individuelle Videoanalysen statt.
Trainieren im Team
Verantwortung gibt Tobias auch an seine Co-Trainer weiter. Während er als junger Cheftrainer noch viele Dinge selbst übernehmen wollte, arbeiten seine Co-Trainer heute deutlich eigenständiger. Sie leiten Trainingsformen, bringen eigene Ideen ein und übernehmen Coaching-Aufgaben.
„Mein Ziel ist es nicht nur, Spieler auszubilden und zu entwickeln, sondern eigentlich auch Trainer auszubilden und weiterzuentwickeln.“
Prinzipien statt fester Abläufe
Mit Ball arbeitet Fürth vor allem mit klaren Prinzipien. Die Spieler sollen verschiedene Ebenen besetzen, freie Passmöglichkeiten schaffen und immer wieder Tiefe herstellen. Gleichzeitig möchte Tobias vermeiden, dass Spieler nur eine zuvor trainierte Lösung abspulen.
„Am Ende des Tages sollen die Jungs im Spiel selber entscheiden.“
Auch beim Spielaufbau bedeutet das, nicht zwanghaft flach spielen zu müssen. Je nach Gegner und Spielsituation kann ein gezielter langer Ball genauso die richtige Lösung sein.
Wettkampf im Training
Zu Tobias’ bevorzugten Trainingsformen gehören kleine Turniere im 4-gegen-4 oder 5-gegen-5. Sie verbinden viele Zweikämpfe, Torabschlüsse, Umschaltmomente und hohe Intensität. Durch kleine Veränderungen kann er immer wieder neue Schwerpunkte setzen. Genau dieser Wettkampfcharakter ist ihm wichtig. Die Spieler wollen gewinnen, fordern weitere Durchgänge und bringen dadurch automatisch mehr Energie ins Training.
Wenn du noch mehr abwechslungsreiche und intensive Spielformen suchst, findest du im 1x1SPORT Online-Kurs "Spielformen" viele praxisnahe Ideen, die du direkt in dein Training übernehmen und an unterschiedliche Schwerpunkte anpassen kannst.

Spielformen
100 % Tempo. Maximale Wirkung – auf jedem Platz.
Spieler und Trainer weiterentwickeln
Am Ende zieht sich ein Gedanke durch viele Themen des Gesprächs. Tobias möchte einen klaren Rahmen geben, ohne alles vorzugeben. Spieler sollen Verantwortung übernehmen, Co Trainer eigene Ideen entwickeln und auch er selbst möchte weiterhin offen für Feedback bleiben. Gerade diese Verbindung aus Erfahrung, Offenheit und klaren Prinzipien prägt seine Arbeit bei der SpVgg Greuther Fürth.
Du möchtest noch tiefer einsteigen?
In der Folge spricht Tobias Gitschier unter anderem darüber, wie er junge Spieler auf dem Weg Richtung Profifußball begleitet, welche Rolle Authentizität und Kommunikation für ihn spielen und wie er Verantwortung innerhalb der Mannschaft und im Trainerteam verteilt.
Außerdem geht es um seine Trainings und Spielphilosophie bei Greuther Fürth, hohe Intensität gegen den Ball, Prinzipien im Spielaufbau und die Frage, wie viel ein Trainer vorgeben sollte und wann Spieler selbst Lösungen finden müssen.
Zum Abschluss gibt Tobias auch Einblicke in seine liebsten Trainingsformen und erklärt, warum Wettkampf für ihn im Trainingsalltag eine so wichtige Rolle spielt.
Jetzt die komplette Folge des 1x1SPORT #FUSSBALLTRAINER Podcasts mit Tobias Gitschier anhören.

