Die ideale Pressinghöhe finden – Abwehr-, Mittelfeld- oder Angriffspressing?

Stehst du oftmals vor der Frage, ob ein hohes Anlaufen oder ein Verteidigen im tiefen Block die bessere Option für dein Team ist? Falls du bei der Frage, welche die ideale Pressinghöhe für dein Team ist, noch unschlüssig bist, kann dieser Beitrag hilfreich sein. In diesem Artikel werden wir vergleichen, welche Bedingungen sich durch unterschiedliche Pressinghöhen ergeben – wir werden das Abwehr-, Angriffs- und Mittelfeldpressing miteinander vergleichen.

Abwehrpressing

Abwehrpressing

Mittelfeldpressing

Mittelfeldpressing

Angriffspressing

Angriffspressing

Vor- und Nachteile der Pressinghöhe sind relativ

Ein Ziel des Beitrags ist es auch, die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Presssinghöhen für dein Team deutlich zu machen. Diese sind meistens jedoch nicht allgemeingültig, sondern abhängig von diversen Faktoren wie beispielsweise der Schnelligkeit auf der letzten Linie, der Spielstärke des gegnerischen Torhüters, den eigenen Stärken beim offensiven Umschaltspiel, und, und, und, …

Wir werden uns trotzdem voranging im Allgemeinen mit den Effekten der unterschiedlichen Pressinghöhen auseinandersetzen. Mit Hilfe dieser generellen Auseinandersetzung werden sich die positiven und negativen Effekte für dein Team dann jedoch problemlos erschließen. Bevor es aber zum Allgemeinen geht, möchten wir diese „individuellen“ Vor- und Nachteile mit einem konkreten Beispiel nachvollziehbar machen.

Euro 2020: Deutschland gegen Frankreich

Unser Beispiel ist das Gruppenspiel zwischen Deutschland und Frankreich bei der Europameisterschaft 2020. Dabei gingen die Franzosen relativ früh mit 1:0 in Führung und stellte sich anschließend „hinten rein“ – sprich Frankreich agierte in einem Abwehrpressing.

Frankreich agierte gegen Deutschland über weite Strecken der Begegnung in einem Abwehrpressing

Frankreich agierte gegen Deutschland über weite Strecken der Begegnung in einem Abwehrpressing

Nach Balleroberungen bespielte Frankreich meist zügig den Raum im Rücken der deutschen Abwehr -  Der Konterspieler Mbappe war dabei der Zielspieler.

Nach Balleroberungen bespielte Frankreich meist zügig den Raum im Rücken der deutschen Abwehr - Der Konterspieler Mbappe war dabei der Zielspieler.

Durch dieses tiefe Verteidigen fanden die Ballverluste im deutschen Spiel weit in der Hälfte der Franzosen statt. Folglich war der Weg zum deutschen Tor für Frankreich sehr weit. Das könnte grundsätzlich als Nachteil verstanden werden – jedoch galt das nicht unbedingt für die französischen Nationalmannschaft. Denn das tiefe Verteidigen ergab nicht nur eine weite Distanz zum Tor der DFB-Auswahl, sondern auch viel Raum im Rücken der deutschen Abwehr – Raum, welchen Frankreich nach Balleroberungen gezielt bespielte. Durch den pfeilschnellen Mbappe, der klare Tempovorteil gegenüber Hummels und Kimmich hatte, wurde die große Entfernung zum gegnerischen Tor also zum Vorteil. Denn diese weiter Abstand sorgte auch für viel Raum in der Tiefe.

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Die Einflüsse auf das offensive Umschaltspiel

Mit diesem Beispiel haben wir bereits eine Spielphase angeschnitten, die von der Pressinghöhe beeinflusst wird – und zwar das offensive Umschaltspiel. Abhängig von der Pressinghöhe, führen gegnerische Ballverluste im Spielaufbau zu unterschiedlichen Entfernungen zum gegnerischen aber auch zum eigenen Tor. Dabei gehen wir vereinfachend davon aus, dass die Ballverluste innerhalb der jeweiligen „Pressingzone“ stattfinden.

Der Gegner überlädt die Feldmitte

Wird der Ball in einem Abwehrpressing erobert, ist die Entfernung zum gegnerischen Tor groß. Aber auch der Raum im Rücken der Verteidiger des Gegners – das haben wir bereits mit dem Beispiel Deutschland gegen Frankreich deutlich gemacht. Ist das Spiel nach Balleroberungen nach vorne möglich, kann also unter anderem das Tempo der eigenen Konterspieler als auch der Restverteidiger des Gegners ein entscheidendes Argument für oder gegen ein Abwehrpressing sein.

Nach einer Balleroberung im Mittelfeldpressing, wurde zügig das Spiel in die Tiefe gesucht. Jedoch konnte der gegnerischen Torhüter den Ball in die Tiefe zuerst erreichen.

Nach einer Balleroberung im Mittelfeldpressing, wurde zügig das Spiel in die Tiefe gesucht. Jedoch konnte der gegnerischen Torhüter den Ball in die Tiefe zuerst erreichen.

Wird der Ball in einem Mittelfeldpressing erobert, ist die Tiefe aber auch die Entfernung zum gegnerischen Tor kürzer. Folglich gibt es weniger Raum im Rücken der gegnerischen Abwehr. Dadurch kann der Torhüter die Tiefenbälle tendenziell leichter abfangen. Zeitgleich ist der Weg zum gegnerischen „Gehäuse“ nach einem erfolgreichen Tiefenpass aber auch kürzer. Nach einem Ballgewinn im Abwehrpressing und einem anschließendem Zuspiel in die Tiefe, müssen dagegen oftmals noch einige Meter bis zum Torabschluss zurück gelegt werden - der Gegner hat also mehr Zeit, um den Konterangriff wieder einzuholen.

Wird in einem Angriffspressing gespielt und der Gegner verliert den Ball im Spielaufbau, spielt das Spiel im Rücken der Abwehr oftmals gar keine Rolle mehr. Durch die Nähe zum gegnerischen Tor und die tiefstehenden Verteidiger des Gegners, ist für das Erspielen einer guten Abschlussposition oftmals gar kein Pass in den Rücken der gegnerischen Abwehr mehr notwendig.

Der Ball wird im Angriffspressing erobert. Dadurch fehlen oftmals nur noch wenige oder auch gar keine Meter zum gegnerischen Tor, um in eine aussichtsreichen Abschlussposition zu sein.

Der Ball wird im Angriffspressing erobert. Dadurch fehlen oftmals nur noch wenige oder auch gar keine Meter zum gegnerischen Tor, um in eine aussichtsreichen Abschlussposition zu sein.

Druck nach der Balleroberung

Bis dato sind wir davon ausgegangen, dass das Spiel in die Tiefe nach einer Balleroberung möglich war. Doch wie ist die Ausgangslage, wenn der Gegner nach der Balleroberung ins Gegenpressing geht und die Passwege in die Tiefe verstellt sind?

Nehmen wir einmal an, dass nach einem Ballgewinn das Spiel nach vorne nicht möglich ist, der Balleroberer unter Druck steht und der Ballbesitz daher mit einem Rückpass gesichert werden muss. Dabei kann der Abstand zum eigenen Tor und Torhüter eine wesentliche Rolle spielen – vor allem dann, wenn der Gegner mit dem Rückpass im Pressing bleibt. Abhängig von der eigenen Pressinghöhe hat man dann mehr oder weniger „Puffer“, um die Drucksituation nach hinten auflösen zu können. Vergleichen wir hierfür einmal beispielhaft ein Ballgewinn im Abwehr- und Angriffspressing in Kombination mit einem Gegenpressing des Gegners:

Bei einer Balleroberung im Abwehrpressing, ist der Gegner in der Nähe des eigenen Tores. Dadurch kann ein Rückpass zum  eigenen Torhüter leichter abgefangen werden beziehungsweise der Torhüter kann direkt unter Druck gesetzt werden. Außerdem haben die eigenen Spieler weniger Raum im Rücken, um sich nach hinten abzusetzen.

Bei einer Balleroberung im Abwehrpressing, ist der Gegner in der Nähe des eigenen Tores. Dadurch kann ein Rückpass zum eigenen Torhüter leichter abgefangen werden beziehungsweise der Torhüter kann direkt unter Druck gesetzt werden. Außerdem haben die eigenen Spieler weniger Raum im Rücken, um sich nach hinten abzusetzen.

Nach der Balleroberung im Angriffspressing wird der Ball zum Torhüter zurück gespielt, um den Ballbesitz zu sichern.

Nach der Balleroberung im Angriffspressing wird der Ball zum Torhüter zurück gespielt, um den Ballbesitz zu sichern. Das Spielgeschehen fand weit entfernt vom eigenen Torwart statt. Demnach hat das eigenen Team Zeit, um sich nach dem Rückpass wieder aufzufächern und günstige Bedingungen für das Ballbesitzspiel zu schaffen. Ist für die Ballbesitzsicherung „nur“ ein Rückpass zu einem Innenverteidiger „notwendig“, hat dieser genug Raum, um sich nach hinten abzusetzen.

Ballbesitzsicherung nach Balleroberungen im Angriffs- und Abwehrpressing

Durch diese beiden Spielsituationen wird deutlich, dass sich der Ballbesitz nach einem höheren Pressing in aller Regel besser sichern lässt als nach einem Ballgewinn im Abwehrpressing – zum Einen, weil durch einen Rückpass zum Torhüter Zeit gewonnen werden kann, um das „Spielfeld“ groß zu machen und zum Anderen weil mehr Raum zur Verfügung steht, um sich nach hinten abzusetzen. Zusätzlich ist die „Pressingzone“ im Angriffspressing in den meisten Fällen länger als im Abwehr- und Mittelfeldpressing. Somit ist das „Spielfeld“ zumindest in vertikaler Richtung bereits etwas größer, wodurch die Ballbesitzsicherung zusätzlich erleichtert wird.

Der ballnahe Stürmer des Gegners kommt dem Aufbauspieler des Gegners entgegen. Der Halbraumverteidiger folgt, um ein mögliches Aufdrehen zu unterbinden bzw. um den Ball abzufangen (1). Die restliche Kette schiebt zur Ballseite nach und der zentrale Innenverteidiger deckt überlappend, um einen möglichen  Ball in die Tiefe zu erlaufen (2).

Der ballnahe Stürmer des Gegners kommt dem Aufbauspieler des Gegners entgegen. Der Halbraumverteidiger folgt, um ein mögliches Aufdrehen zu unterbinden bzw. um den Ball abzufangen (1). Die restliche Kette schiebt zur Ballseite nach und der zentrale Innenverteidiger deckt überlappend, um einen möglichen Ball in die Tiefe zu erlaufen (2).

Das Spiel gegen den Ball

Bisher lag unser Fokus beim Vergleich zwischen unterschiedlichen Pressinghöhen auf der Ausgangssituation nach einer Balleroberung. Jetzt werden wir uns mit dem tatsächlichen Spiel gegen den Ball auseinandersetzen – wie beeinflussen das Abwehr- Mittelfeld- und Angriffspressing das Defensivspiel?

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Das Abwehrpressing – wenig Tiefe, die nicht zwingend benötigt wird

Abwehrpressing

Abwehrpressing

Verteidigt das eigene Team in einem Abwehrpressing, wird dem Gegner ein Großteil des Feldes „widerstandslos“ überlassen. Dafür ist der Abstand zwischen der Grundlinie und der letzten Kette recht kurz - folglich ist das Bespielen des Raumes im Rücken der eigenen Abwehr stark erschwert. Sind die gegnerischen Bälle in die Tiefe nicht präzise und gut getimt, landet der Ball im Toraus oder in den Händen des Torhüters.

Jedoch sollte berücksichtigt werden, dass der Gegner nicht zwangsläufig den Raum im Rücken der Abwehr bespielen muss, um Chancen zu kreieren. Gegen ein Abwehrpressing können bereits vor der letzten Kette gute Abschluss- oder auch Freistoßpositionen entstehen

Nach dem der Gegner einen Pass zwischen die letzten Linien gespielt hat, muss nicht zwangsläufig die Tiefe bespielt werden. Der Passempfänger kann bereits selbst abschließen oder in einer 1-gegen-1-Situation einen günstige Freistoßposition kreieren.

Nach dem der Gegner einen Pass zwischen die letzten Linien gespielt hat, muss nicht zwangsläufig die Tiefe bespielt werden. Der Passempfänger kann bereits selbst abschließen oder in einer 1-gegen-1-Situation einen günstige Freistoßposition kreieren.

Reaktives Verteidigen

Das Abwehrpressing wird, anders als das Mittelfeld- oder Angriffspressing, in aller Regel sehr reaktiv praktiziert – das heißt Pressingsituationen werden nicht gezielt eingeleitet. Vielmehr reagiert der Abwehrverbund auf die Aktionen des Gegners.

Um dies besser nachvollziehbar zu machen, vergleichen wir 2 Pressingstrategien im im 4-4-2 – einmal im Abwehr- und einmal im Mittelfeldpressing:

In diesem Mittelfeldpressing leitet die Spitze das Pressing mit dem Querpass zwischen den gegnerischen Innenverteidigern aktiv ein. Der rechte Angreifer lenkt den angespielten Innenverteidiger aktiv nach außen. In der Folge wird der Außenverteidiger des Gegners angespielt. Wieder schließt der äußere Mittelfeldspieler den Passweg entlang der Linie, wodurch ein Pass zu einem zentralen Mittelfeldspieler provoziert wird, da die Rückpassoption durch die ballnahe Spitze zugestellt wurde. Der ballferne Stürmer doppelt mit dem Pass ins Zentrum zurück. Die Pressingsituation in diesem Mittelfeldpressing wurde aktiv herbeigeführt, da dem Gegner die Rückpassoption genommen wurde.

In diesem Mittelfeldpressing leitet die Spitze das Pressing mit dem Querpass zwischen den gegnerischen Innenverteidigern aktiv ein. Der rechte Angreifer lenkt den angespielten Innenverteidiger aktiv nach außen. In der Folge wird der Außenverteidiger des Gegners angespielt. Wieder schließt der äußere Mittelfeldspieler den Passweg entlang der Linie, wodurch ein Pass zu einem zentralen Mittelfeldspieler provoziert wird, da die Rückpassoption durch die ballnahe Spitze zugestellt wurde. Der ballferne Stürmer doppelt mit dem Pass ins Zentrum zurück. Die Pressingsituation in diesem Mittelfeldpressing wurde aktiv herbeigeführt, da dem Gegner die Rückpassoption genommen wurde.

In diesem beispielhaften Abwehrpressing verschießen die beiden Angreifer die Passwege ins Zentrum und die äußeren Mittelfeldspieler schließen die äußere Linie. Das Pressing wird nicht aktiv eingeleitet und die Angreifer halten Anschluss an die mittlere Linie, anstatt die Rückpassoption zu den Innenverteidigern zustellen. Dadurch kann der Gegner den Ball problemlos zurück in die erste Ebene spielen, dafür hat die ballnahe Spitze mit dem Pass zu dem zentralen Mittelfeldspieler des Gegners einen kurzen Weg zum zurückdoppeln.

In diesem beispielhaften Abwehrpressing verschießen die beiden Angreifer die Passwege ins Zentrum und die äußeren Mittelfeldspieler schließen die äußere Linie. Das Pressing wird nicht aktiv eingeleitet und die Angreifer halten Anschluss an die mittlere Linie, anstatt die Rückpassoption zu den Innenverteidigern zustellen. Dadurch kann der Gegner den Ball problemlos zurück in die erste Ebene spielen, dafür hat die ballnahe Spitze mit dem Pass zu dem zentralen Mittelfeldspieler des Gegners einen kurzen Weg zum zurückdoppeln.

Das Mittelfeldpressing – mehr Tiefe aber ein aktiveres Erzeugen von Druck

Mit dem vorherigen Vergleich haben wir bereits einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Abwehr- und Mittelfeldpressing ausgearbeitet – bei der zweitgenannten Pressinghöhe wird der Gegner innerhalb der Pressingzone meist aktiv gelenkt, um günstige Situationen für eine Balleroberung zu erzwingen. Dieses aktive Lenken und Erzeugen von Druck innerhalb der Pressingzone ist im Mittelfeldpressing wohl auch wichtiger, da dem Gegner mehr Tiefe angeboten wird. Würde der Druck innerhalb der Pressingzone dagegen ausbleiben, könnte ein Pass in den Rücken der Abwehr ungestört vorbereitet und umgesetzt werden.

Diese 10 bis 30 Meter mehr an Tiefe im Mittelfeldpressing können zunächst natürlich als Nachteil im Spiel gegen den Ball angesehen werden. Dafür entstehen anders als beim Abwehrpressing keine aussichtsreichen Abschluss- oder Freistoßpositionen nach einem Pass zwischen die Linien – oder erst nachdem die letzte Kette zu einer Rückwärtsbewegung gezwungen wurde.

Mittelfeldpressing

Mittelfeldpressing

Das Angriffspressing

Angriffspressing

Angriffspressing

Beim Angriffspressing wird dem Gegner nochmals mehr Tiefe angeboten - oftmals eine komplette Spielhälfte. Dadurch hat der Gegner natürlich viel Raum im Rücken der Abwehr, welchen er bespielen kann. Es lässt sich jedoch darüber diskutieren, ob dieser sehr große Raum im Rücken der Abwehr ausschließlich als Nachteil für das verteidigende Team zu verstehen ist. Immerhin kann es nach einem gegnerischen Pass hinter die letzte Kette passieren, dass dem Passempfänger in der Tiefe noch 20 Meter fehlen, um in eine aussichtsreiche Abschlussposition zu kommen – folglich haben die Verteidiger auch die Möglichkeit den gegnerischen Angreifer wieder einzuholen.

Nach einem erfolgreichen Pass in den Rücken des Angriffspressings, wird der Passempfänger von den Verteidigern wieder eingeholt.

Nach einem erfolgreichen Pass in den Rücken des Angriffspressings, wird der Passempfänger von den Verteidigern wieder eingeholt.

Doch bevor der Gegner die Tiefe überhaupt gut bespielen kann, muss dieser erstmal in eine günstige Ausgangslage dafür kommen. Das kann gegen ein Angriffspressing schwierig werden, da der Gegner oftmals sofort unter Druck gesetzt wird. Dadurch kann ein Flugball zunächst nicht oder nur unter hohem Gegnerdruck gespielt werden.

Anmerkung:

Die offensiven Mittelfeldspieler sollten beim Pressen keinen allzu großen Bogen laufen – andernfalls kann der gegnerische Innenverteidiger nach vorne stoßen und einen Spieler binden. Durch den kleineren Bogen kann es natürlich mal passieren, dass die Außenbahn bespielbar bleibt. Für diesen Fall gibt es in unserer Presssingstrategie aber noch einen Plan B, um gute Pressingsituationen zu erzeugen. Dieser Plan wird im Verlauf des Beitrages noch vorgestellt.

Eine längere Pressingzone

Möchte der Gegner einen Flugball direkt aus der ersten Ebene in die Tiefe spielen, ist der Abstand zur letzten Kette meistens länger als bei einem Abwehr- oder Mittelfeldpressing – folglich muss der Ball auch noch mehr Raum überbrücken. Das liegt daran, dass die Pressingzone im hohen Pressing fast immer länger als im Abwehr- oder Mittelfeldpressing ist. Es ist natürlich auch schwierig diese Pressingzone kürzer zu gestalten, wenn der Gegner ganz vorne angelaufen werden soll. Das liegt an daran, dass die Abseitsregel für das angreifende Team erst in der gegnerischen Hälfte greift. Dadurch können die letzten Spieler des verteidigenden Teams nur schwer mehrere Meter über die Mittellinie hinaus schieben, wenn an dieser gegnerische Angreifer lauern.

Somit muss natürlich auch mehr Raum- zumindest in vertikaler Richtung - innerhalb der Pressingzone verteidigt werden. Demnach kann es zu größeren Abständen zwischen Spielern und Mannschaftsteilen in vertikaler Richtung kommen – es entstehen beispielsweise weitere Wege zum Zurückdoppeln oder günstigere Bedingungen für ein gegnerisches Steil-Klatsch-Spiel.

Im Angriffspressing wird dem Gegner nicht nur mehr Tiefe im Rücken der Abwehr, sondern meist auch innerhalb der Pressingzone angeboten. Dadurch hat der Gegner  mehr Spielraum in vertikaler Richtung, um beispielsweise ein Steil-Klatsch-Spiel umzusetzen.

Im Angriffspressing wird dem Gegner nicht nur mehr Tiefe im Rücken der Abwehr, sondern meist auch innerhalb der Pressingzone angeboten. Dadurch hat der Gegner mehr Spielraum in vertikaler Richtung, um beispielsweise ein Steil-Klatsch-Spiel umzusetzen.

Das Einbinden des Torhüters

Neben einem „Mehr“ an Tiefe, müssen in einem Angriffspressing auch mehr Gegenspieler im gegnerischen Aufbauspiel verteidigt werden – der Gegner hat mit dem Torhüter zwangsläufig immer einen Überzahlspieler im Aufbau. Folglich kann die fußballerische Qualität des gegnerischen Torhüters ein Argument für oder gegen ein hohes Pressing werden.

Selbstverständlich kann der Torhüter auch gegen ein Abwehr- und Mittelfeldpressing eingebunden werden, um beispielsweise ein Überzahl in der ersten Ebene herzustellen. Dafür muss der Torhüter jedoch weiträumiger aus dem Tor herausrücken, wodurch ein gewisses Risiko nach Ballverlusten im Spielaufbau entsteht.

Selbstverständlich kann der Torhüter auch gegen ein Abwehr- und Mittelfeldpressing eingebunden werden, um beispielsweise eine Überzahl in der ersten Ebene herzustellen. Dafür muss der Torhüter jedoch weiträumiger aus dem Tor herausrücken, wodurch ein gewisses Risiko nach Ballverlusten im Spielaufbau entsteht.

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Autor: Luis Österlein

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