Wer Jugendfußball trainiert, kennt das Gefühl: Die Mannschaft trainiert fleißig, beherrscht Passen, Dribbeln, Torschuss – doch im Spiel treffen die Kinder plötzlich falsche Entscheidungen, verhalten sich hektisch oder orientierungslos. Es fehlt nicht an Technik, sondern an einem verständlichen inneren Fahrplan, der den Kindern hilft, Spielsituationen zu erkennen und sinnvoll zu lösen.
Genau hier kommen Spielprinzipien ins Spiel. Spielprinzipien sind ein oft unterschätztes, aber enorm wirkungsvolles Werkzeug für die Trainingspraxis. Sie ersetzen keine Technik oder Taktik, aber sie machen beides wirksamer. Spielprinzipien sind klare, wiedererkennbare Verhaltensmuster, die deinen Spielern Orientierung geben, unabhängig vom System oder ihrer Position. Sie helfen jungen Fußballerinnen und Fußballern, selbstständig zu entscheiden, wann sie ins Dribbling gehen, wie sie sich anbieten oder wie sie nach einem Ballverlust reagieren.
Besonders im Kinder- und Jugendfußball sind Spielprinzipien der Schlüssel zu einem besseren Spielverständnis. Sie fördern kreative, mutige, vorausschauende Entscheidungen, weil sie nicht auf starren Anweisungen basieren, sondern auf verständlichen, spielnahen Grundsätzen. Kinder lernen so nicht nur, was sie tun sollen – sondern warum.
Was sind Spielprinzipien überhaupt?
Spielprinzipien sind einfache Regeln oder Orientierungshilfen für Spielsituationen, die sich ständig wiederholen. Zum Beispiel: „Gib dem Spiel Breite“, „Binde deinen Gegenspieler“ oder „Sichere den Ball, bevor du spielst“. Sie gelten unabhängig von Systemen und machen Fußball für Kinder überschaubar und lernbar.
Statt einem starren Korsett vermitteln Spielprinzipien die Grundidee des Spiels. Ein Spieler, der weiß, wann er den Raum in die Tiefe nutzen kann oder wie er sich mit offener Körperstellung anbietet, wird nicht nur erfolgreicher spielen, sondern auch mehr Freude am Spiel entwickeln – weil er versteht, was um ihn herum passiert.
Beispiele für individuelle Spielprinzipien im Kinder- und Jugendtraining
Einige Prinzipien sind so elementar, dass sie in jeder Altersklasse von der F-Jugend bis zur U19 gelten. Besonders wichtig ist ist diese im Kindesalter gerade in der F- und E- Jugend mit Metaphern zu verbinden:
- Offene Stellung: Der Spieler steht so zum Ball, dass er das Feld überblickt. Kinder lieben das Bild: „Stell dich wie ein Leuchtturm – du willst alles sehen!“
- Tief gehen: Spieler nutzen freie Räume hinter der Abwehr. Sprich mit den Kindern in Bildern: „Starte wie ein U-Boot in die Tiefe – lautlos und überraschend.“
- Mut zum 1-gegen-1: Spieler suchen aktiv das Dribbling. Ermutige sie: „Zeig deinen Zaubertrick!“
- Spiel breit machen: Räume öffnen, indem man das Feld auseinanderzieht. Nutze das Bild: „Spann das Spiel wie ein Gummiband auf.“
- Mitspieler absichern: Der Spieler sichert seinen Partner in der Abwehr durch das Einschieben in die Spielfeldmtte ab. Erkläre: „Sei der Bodygard für deinen Partner und stärke ihn den Rücken”
- Sofortiger Rückwärtsdruck: Nach Ballverlust schnell reagieren. Merksatz: „Der Ball gehört dir – hol ihn dir sofort zurück wie ein Magnet.“
Diese Prinzipien geben deinen Spielern eine innere Struktur, an der sie sich orientieren können – auch unter Druck, in Bewegung, und in komplexen Spielsituationen.
Wie kann man Spielprinzipien im Training vermitteln?
Hier beginnt der eigentlich spannende Teil. Denn Spielprinzipien lassen sich besonders effektiv mit spielerischen Mitteln und kindgerechter Sprache vermitteln. Kein Frontalunterricht, keine PowerPoint-Taktik, sondern direkt auf dem Platz, mit vielen Wiederholungen, klaren Coaching-Impulsen und ganz wichtig: mit Bildern im Kopf.
Ein paar didaktische Kniffe, die sich in der Praxis bewährt haben:
Gleich gehts weiter...
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