Im Fußball kann es so schnell gehen – das wird besonders bei Kontern deutlich. Ein Team verteidigt tief in der eigenen Hälfte. Dann entsteht ein Ballbesitzwechsel. Drei Pässe und keine zehn Sekunden später liegt der Ball im Tor. Und zwar auf der Gegenseite. 70 Meter entfernt vom Ort der Ballgewinns.
Diese enormen Geschwindigkeiten und die geringe Anzahl von Aktionen von Konterangriffen sind keine Ausnahme, sondern Alltag im Profifußball.
Kontern können ist kein „nice-to-have“, sondern ein spielentscheidender Faktor. Nutze mit deinem Team das große Potential von Kontersituationen aus.
Wie? Das erfährst du in diesem Beitrag:
- Zuerst klären wir, was Kontersituationen überhaupt sind
- Im Hauptteil beginnen wir mit der Optimierung der 3 Phasen deines Konterspiels
- Reaktion auf Balleroberung
- Schnelle Raumüberbrückung
- Torabschluss
- Die Idee deines Konterspiels
- Danach geht es weiter Lösen von häufigen Zahlenverhältnissen:
2 gegen 1, 2 gegen 2, 3 gegen 2, 3 gegen 3 und 4 gegen 3
- Abschließend gehen wir auf das Training von Konterangriffen ein
- Wie sollten Konter trainiert werden?
- 6 Übungen zum Trainieren von Konterangriffen
Was ist ein Konter?
Von einem Konterangriff reden wir, wenn eine Mannschaft den Ball in der eigenen Hälfte erobert und den Raum zum gegnerischen Tor in einem hohen Tempo überbrückt. Die Angriffe beinhalten häufig kleinere Zahlenverhältnisse.
Untergliedern lässt sich der Konterangriff in 3 Phasen:
Auf die Balleroberung folgt:
- Die unmittelbare Reaktion auf den Ballbesitzwechsel
- Das schnelle Überbrücken des Wege zum Tor
- Der Torabschluss
Die Reaktion auf den Ballbesitzwechsel ist vermutlich sogar die wichtigste Phase bei einem Konterangriff – denn der erste Pass oder das erste Dribbling entscheiden oftmals darüber, ob ein Konter überhaupt entsteht.

(Abbildung 1)
Das schnelle Überbrücken des Raumes zum Tor ist notwendig, um die vorteilhaften Bedingungen der Umschaltphase – Gegner unorganisiert und Gegenspieler vor dem Ball – auszunutzen. In Konterangriffen profitiert das angreifende Team oftmals von größeren Räumen und kleinere Zahlenverhältnisse. Dafür müssen die Fußballaktionen in einem hohen Tempo durchgeführt werden.

(Abbildung 2)
Kommt es bei einem Konterangriff zu einem Torabschluss, ist das schon mal ein Indiz dafür, dass die ersten beiden Phasen erfolgreich verlaufen sind. Im besten Fall endet der Konter natürlich mit einem Tor – und die Wahrscheinlichkeit das ein Abschluss bei einem Konter zu einem Tor führt ist verhältnismäßig hoch.
In der Saison 2024/25 in der Premier League liegt der durchschnittliche xGoals-Wert von Konterabschlüssen bei 0,17. Der Wert ist höher als im offenen Spiel (0,12) und bei Standards (0,09). Insgesamt beträgt der xG aller Schüsse in der Premier League 0,11.
Phase 1 optimieren - Die Reaktion auf den Ballbesitzwechsel
Die ersten Aktionen und die Ausgangslage nach der Balleroberung entscheiden, ob ein Konter überhaupt zustande kommt. Um den Vorteil der Umschaltsituation zu nutzen, gilt es schnellstmöglich Dynamik nach vorne zu entwickeln.
Ziel in Phase 1: Schnellstmöglich Dynamik nach vorne entwickeln
Grundlage, dass dieses Ziel regelmäßig erreicht wird, ist ein schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff, sowie dass der erste Gedanke deiner Spieler nach vorne geht. Dafür nutzen wir zwei Spielprinzipien:
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- Im Spiel bleiben
- Zuerst die Tiefe anvisieren
Anmerkung: Mehr zu diesen beiden Spielprinzipien erfährst du in meinem Kurs „23 Spielprinzipien"
Gelegentlich ist es nach Balleroberungen relativ einfach Dynamik nach vorne zu entwickeln. Zum Beispiel, wenn der Balleroberer freien Raum vor sich hat. In anderen Situationen ist das Entwickeln von Dynamik schwieriger. Beispielsweise, wenn der Balleroberer direkt gestellt wird. Um jetzt Dynamik nach vorne zu kreieren, wird ein gegnerüberwindendes Dribbling oder ein progressiver Pass benötigt – sei es durch ein kurzen Pass oder ein direktes Bespielen der Tiefe.
Ein progressiver Pass ist nur möglich, wenn wir die Anspielstationen dafür kreieren. Das bedeutet wir brauchen ein intensives Vorrücken von Mitspielern und eine Anspielbarkeit von Mitspielern vor dem Ball.

(Abbildung 3)
- Nachrücken mit hoher Intensität
- Anspielbarkeit der Mitspieler vor dem Ball: Aus Deckungsschatten lösen, Wandspiel, Tiefe attackieren und Räume für nachrückende Mitspieler freiziehen
Bei einem Gegenpressing ist es manchmal besonders schwer, Dynamik nach vorne zu entwickeln. Die Intention „nach vorne zu spielen“ bleibt aber die Zielsetzung – auch, weil ein „Brechen“ des Pressings oftmals ein effektives Mittel gegen ein Gegenpressing ist.

(Abbildung 4)
Ist kein Ballvortrag nach vorne möglich, gilt das Prinzip: „Die Ballgewinnzone schnellstmöglich verlassen!“ Gegenpressing ist an Bewegungen zum Ball gebunden. Wird dieser jedoch schnell in einen anderen Raum verlagert, muss sich die verteidigende Mannschaft sich neu orientieren und der Druck geht verloren.
- Gegenpressing „brechen“
- Gegenpressing: „Die Ballgewinnzone schnellstmöglich verlassen!“
- Die Ballgewinnzone bevorzugt mit einer kontrollierten Aktion verlassen
Phase 2 optimieren: Das schnelle Überbrücken des Weges zum Tor
Konnte eine Vorwärtsdynamik erzeugt werden, gilt es möglichst schnell den Weg zum Tor des Gegners zu finden. Andernfalls bekommt der Gegner wieder mehr Spieler hinter den Ball und kann sich ordnen – der Vorteil der Umschaltphase geht verloren.
Um das zu verhindern, nutzen wir folgenden Prinzipien:
- So direkt und schnell wie möglich zum gegnerischen Tor
- Auf mehreren Linien angreifen (auch ballfern)
Das Prinzip „So direkt und schnell wie möglich zum gegnerischen Tor!“ bedeutet, dass wir den Ballvortrag so schnell wie möglich gestalten wollen und keine unnötigen Umwege einlegen wollen.
Das „Prinzip auf mehreren Linien angreifen“ macht den Konter schwer zu stoppen. Wenn der Ballführer nur Optionen auf einer Seite hat, ist die Spielrichtung vorhersehbar und leichter zu verteidigen. Hat er dagegen mehrere Anspielstationen in verschiedene Richtungen, wird das Verteidigen deutlich schwieriger.

(Abbildung 5)
Was bedeutet die beiden Prinzipien für unsere Fußballaktionen?
Passspiel
- Keine „unnötigen“ Querpässe oder Pässen in die Breite
- Pässe in die Bewegung oder Vorderfuß des Mitspielers passen
- Raum hinter der Abwehr nutzen
- Pässe mit ausreichender Schärfe spielen
Dribbling
- freien Raum im höchstmöglichen Tempo überbrücken
- Verteidiger gezielt andribbeln – Reaktion beobachten
- Gegenspieler des Mitspieler andribbeln
Anbieten & Freilaufen
- Nach Pass aktiv bleiben: Tiefe attackieren oder „dran bleiben“ für Passoption im Rückraum
- Nicht breiter als nötig anbieten
- Anspielstation links und rechts vom Ballführer kreieren
- Auch ballfern miteinschalten
- Tiefe attackieren ➔ Laufweg links oder rechts vom Ballführer einleiten
Was gilt für die Spieler hinter dem Ball?
An einem Konter sind meist nur wenige Spieler unmittelbar beteiligt. Das bedeutet aber nicht, dass das Verhalten der Spieler hinter dem Ball irrelevant ist. Bleiben die Mitspieler abseits des Konters stehen bzw. rücken nur langsam nach, entsteht ein großes Vakuum zwischen den Spielern. Wird der Ball beim Konter verloren, kann dieser Zwischenraum vom Gegner genutzt werden – Gegenspieler können im Vakuum aufdrehen und es entsteht ein Gegenkonter. Deswegen nutzen wir während des Konterangriffs folgende Prinzipien:
- Kompakt Anschluss halten
- Zugriff in der Restverteidigung
Phase 3 optimieren: Der Torabschluss
Wie eingangs erwähnt haben Torabschlüssen bei Konterangriffen einen verhältnismäßig hohen xGoals-Wert – sprich es handelt sich oftmals um Großchancen, wie beispielsweise ein 1 gegen 1 gegen den Torhüter oder ein Abschluss aus kurzer Distanz nach einem Querpass.
Konterangriffe sind aufgrund der kleinen Zahlenverhältnisse hinsichtlich des Entscheidungsverhaltens weniger komplex – in vielen Situationen ist es deutlich, welche Entscheidung, wie und wann getroffen werden muss.

(Abbildung 6)
Daher geht es bei den letzten Fußballaktionen (Freilaufen, Pass, 1.Kontakt) bis zum Torabschluss und beim Abschluss oftmals weniger um Entscheidungskompetenz, sondern um Umsetzungsqualität. Und bei Konterangriffen gibt es dabei zwei Erschwernisse:
- Fußballaktionen im hohen Tempo umsetzen
- Fußballaktionen nach einem längeren Sprint oder intensiven Lauf umsetzen
Die Idee deines Konterspiels
Um erfolgreich zu kontern, ist es hilfreich, eine klare Idee zu entwickeln. Dabei sollte zunächst ein Blick auf das Spiel gegen den Ball im tiefen und mittleren Block geworfen werden. Deine Struktur bestimmt nicht nur, wie du dein Tor verteidigst, sondern auch die Ausgangslage für Konterangriffe.
Nimm dein Spiel gegen den Ball als Ausgangspunkt für dein Konterspiel und stelle dir im Defensivspiel nicht nur die Frage: „Wie erobern wir den Ball?“, sondern auch: „Wie können wir anschließend Dynamik nach vorne entwickeln?“
Hier einige hilfreiche Reflexionsfragen:
- Haben wir feste Prinzipien für unser Konterspiel?
- Gibt es einen klaren Zielspieler?
- Welche Spieler sollen sich mit hoher Intensität am Konter beteiligen?
- Wollen wir gezielt den Raum im Rücken der Abwehr nutzen bzw. attackieren?
- Mit welchem Risiko wollen wir den Ball nach vorne tragen?
- Ab welchem Risiko eines Ballverlusts entscheiden wir uns lieber dafür, den Ballbesitz zu sichern?
- Sollen bestimmte Spieler im tiefen Block bewusst vor dem Ball bleiben (Konterspieler)?
- Sollen Spieler im Defensivspiel bewusst nicht vollständig schließen/einrücken, um eine bessere Ausgangsposition für Konter zu haben?
- Haben Spieler im Konter klare Rollen (z. B. Tiefe attackieren, als Wandspieler agieren)?
Eine klare Idee für dein Konterspiel sorgt für eine gemeinsame Intention innerhalb der Mannschaft. Dadurch können Handlungen besser aufeinander abgestimmt werden.
Feste Rollen im Konterspiel geben den Spielern Klarheit im Entscheidungsverhalten. Das beschleunigt ihre Entscheidungen. Die Aussage „Wir wollen schnell umschalten“ ist sehr vage. Eine klare Idee beschreibt konkrete Handlungen und erleichtert so das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff.
Das Lösen von gängigen Zahlenverhältnissen
In Kontersituationen kommt es oft zu kleinen Zahlenverhältnissen – dabei ist das angreifende Team mal in Überzahl, mal in Gleichzahl oder auch in Unterzahl. Schauen wir uns einige Konstellationen mal genauer an und klären, was es beim Lösen dieser Situationen zu beachten gilt:

(Abbildung 7)
2 gegen 1
- Andribbeln und Verteidiger beobachten
- Entscheidung treffen: Selbst abschließen/durchbrechen oder Abspiel
- So hoch wie möglich anbieten
- Pass in den Vorderfuß oder die Bewegung

(Abbildung 8)
3 gegen 2
- Ball nicht im Zentrum: Abspiel oder mit Freilaufbewegung auf Breite des Ballführers zubewegen
- Gegenspieler andribbeln (auf Mitspielerfernen Fuß)
- Ziel bei Pass: mit dem Zuspiel in den Rücken des Verteidigers kommen
- Pass auf eine Seite: ballferner Spieler bleibt in der Aktion
- Ballführer wird zu spät gestellt: selbst abschließen
- Auf Abseits achten
Typische Fehlerbilder:
- Andribbeln der Lücken
- Zu früher Pass ➔ Passempfänger kommt mit Zuspiel nicht in den Rücken des Verteidigers
- Nach Pass: ballferner Spieler bleibt nicht in der Aktion
- Zu breites anbieten
2 gegen 2 und 3 gegen 3

(Abbildung 9)

(Abbildung 10)
- Ballführer: Gegenspieler des Mitspielers andribbeln
- Mitspieler: Rücken vom Gegenspieler des Ballführers attackieren
Typische Fehlerbilder:
- Weg des Dribblings ermöglicht Isolation
- Unnötiges Abspiel führt zu Isolation und Zeitverlust
- Passgeber bleibt nicht in der Aktion
Wie sollten Konter trainiert werden?
Wie bei anderen Trainingsschwerpunkten auch, dient der Wettkampf als Grundlage für dein Trainingsdesign von Konteranagriffen. Folgende Reflexionsfragen helfen dir helfen, um den richtigen Fokus zu setzen und ein spielnahes Training zu designen:
- Wie gut gelingt es deinem Team, nach Balleroberungen Dynamik zu entwickeln? (Phase1)
- Wenn Phase 1 funktioniert: Wie gut und schnell gelingt es deinem Team, den Weg zum Tor zu überbrücken und eine Torchance zu kreieren? (Phase 2 und 3)
- Wie ist deine Staffelung im Spiel im tiefen Block? ➔ Wie kannst du daraus eine spielrealistische Ausgangslage für ein Kontertraining entwickeln?
- Wie gut ist der Zugriff deiner Mannschaft, wenn ihr während eines Konters den Ball verliert?
Besonders spielrealistisch wird Kontertraining dann, wenn wir mit dem Verteidigen im tiefen Block beginnen. So kreieren wir realistische Umschaltsituationen und können auch sehr gut die erste Phase (Reaktion auf Balleroberung) trainieren. Außerdem kann das Anschlussverhalten der tieferen Spieler gut gecoacht werden. Das Problem ist, dass wohl verhältnismäßig wenig Kontersituationen entstehen. Wie du die Quantität der Umschaltsituationen erhöhst:
- Provokationsregeln für das Gegnerteam: Es muss innerhalb von X Sekunden eine Hereingabe gespielt oder abgeschlossen werden
- Künstlichen Umschaltsituation kreieren: Spiele direkt nach einem Ausball oder Tor ein Ball zu dem „Konterteam“
Beim Trainieren von Phase 2 und 3 stellt für mich das Lösen der gängigen Zahlenverhältnisse eine wichtige Grundlage dar:
- Finden deine Spieler Lösungen im 2 gegen 1, 2 gegen 2, 3 gegen 2 und 3 gegen 2 und 3 gegen 3
- Wichtig dabei ist, nicht nur das Lösen selbst, sondern auch das Tempo dabei ➔ den dauert es im Spiel zu lange, kommen weitere Gegenspieler wieder zwischen Ball und Tor
- Nutze Zeitbeschränkungen, Passbeschränkungen und Verteidiger, die hinter dem Ball starten und wieder Zugriff bekommen können
Um für Phase 2 und 3 spielrealistische Ausgangssituationen im Training zu konzipieren, lohnt sich der Blick auf das eigene Spiel gegen den Ball im tiefen und mittleren Block und die Balleroberungen:
- Wie ist deine Struktur im Spiel gegen den Ball? In welchen Räumen befinden sich deine Spieler in den Umschaltsituationen?
- In welchen Räumen erobert ihr oftmals Bälle? Von welchen Räumen gehen eure Konter aus?
- Wie viele Spieler befinden sich vor und hinter dem Ball?
6 Übungen zum Trainieren von Konterangriffen
1. Übung – 2 gegen 1 und 3 gegen 2 mit nachrückendem Verteidiger

Organisation
Gemäß der Abbildung ein Spielfeld in Strafraumbreite mit 2 Großfeldtoren aufbauen. Eine Linie 12 m vor der oberen Grundlinie markieren. 2 Teams mit mindestens 3 Spielern je Team und 2 Torhüter einteilen.
Ablauf
2 gegen 1
Die Spieler positionieren sich gemäß der Abbildung. Der Spieler neben dem Tor startet ins Feld und wird vom Torhüter angespielt – damit startet ein 2 gegen 1. 3 Sekunden nach dem Einlaufen gibt der Trainer ein Signal. Damit darf der Verteidiger neben dem Tor zum 2 gegen 2 nachstarten. Ein Durchgang ist nach einem Treffer oder einem Ausball beendet. Außerdem ist ein Durchgang abgeschlossen, wenn ein Angriff zu lange dauert oder das verteidigende Team eine Konterchance hat.
3 gegen 2
Die Spieler positionieren sich gemäß der Abbildung. Der Torhüter eröffnet mit einem Pass auf einen der äußeren Angreifer. Es wird im 3 gegen 2 gespielt. Der Verteidiger neben dem Tor darf nach 3 Sekunden nachstarten. Der weitere Ablauf ist identisch zum 2 gegen 1.
Variation
Der Verteidiger neben dem Tor darf direkt ins Feld starten.

Coaching
2 gegen 1:
- Andribbeln und Verteidiger beobachten
- Entscheidung treffen: Selbst abschließen/durchbrechen oder Abspiel
- So hoch wie möglich anbieten – auf Abseits achten
- Pass in den Vorderfuß oder die Bewegung
3 gegen 2:
- Gegenspieler andribbeln (auf Mitspielerfernen Fuß) – nicht die Lücke
- Ziel bei Pass: mit dem Zuspiel in den Rücken des Verteidigers kommen
- Pass auf eine Seite: ballferner Spieler bleibt in der Aktion
- Ballführer wird zu spät gestellt: selbst abschließen
- Auf Abseits achten
2. Übung – 3 gegen 3 in 2 Varianten

Organisation
Gemäß der Abbildung ein Spielfeld in Strafraumbreite mit 2 Großfeldtoren aufbauen. Eine Linie 12 m vor der oberen Grundlinie markieren. 2 Teams mit mindestens 3 Spielern je Team und 2 Torhüter einteilen.
Ablauf
Die Spieler positionieren sich gemäß der Abbildung. Der Torhüter leitet das Spiel mit einem Pass auf einen der beiden Angreifer neben dem Tor an. Damit dürfen die Spieler ihre Startposition verlassen und es wird im 3 gegen 3 gespielt. Ein Durchgang ist nach einem Treffer oder einem Ausball beendet. Außerdem ist ein Durchgang abgeschlossen, wenn ein Angriff zu lange dauert oder das verteidigende Team eine Konterchance hat.
Variation
Passen Sie die Startpositionen für das 3 gegen 3 entsprechend der Abbildung an. Der Torhüter eröffnet das Spiel mit einem Pass auf einen der beiden äußeren Angreifer.

Coaching
- Angriff zielstrebig zu Ende spielen
- Ballführer: Gegenspieler des Mitspielers andribbeln
- Mitspieler: Rücken vom Gegenspieler des Ballführers attackieren
- Dribbling: Isolation durch Dribblingweg vermeiden
- Typischer Fehler: unnötiges Abspiel führt zu Isolation und Zeitverlust
- Als Passgeber in Aktion bleiben
- Auf Abseits achten
3. Übung – Intensiver 2 gegen 2-Wettkampf

Organisation
Ein Spielfeld gemäß der Abbildung mit Strafräumen und einer Mittellinie aufbauen. 2 Teams mit 6-12 Spielern und 2 Torhüter einteilen.
Ablauf
Die Spieler positionieren sich gemäß der Abbildung. Es wird immer im 2 gegen 2 gespielt und das Angriffsrecht wechselt mit jedem Durchgang. Auf Startsignal des Trainers starten die Angreifer um die Feldecken ins Spielfeld und die Verteidiger zur Mittellinie. Der Torhüter spielt einen der Angreifer an. Die Angreifer haben maximal 2 Pässe je Angriffsphase. Ein Durchgang ist beendet, wenn ein Abschluss erfolgt ist, der Ball ins Aus geht oder das verteidigende Team eine Konterchance hat. Direkt mit dem Ende eines Durchgangs, wird der nächste eingeleitet – außer bei kleineren Teamgrößen.
Coaching
- Angriff zielstrebig zu Ende spielen
- Ballführer: Gegenspieler des Mitspielers andribbeln
- Mitspieler: Rücken vom Gegenspieler des Ballführers attackieren
- Dribbling: Isolation durch Dribblingweg vermeiden
- Als Passgeber in Aktion bleiben
- Auf Abseits achten
- Mit dem ersten Pass oder mit einem Doppelpass in den Rücken der Verteidiger kommen
4. Übung – Kontern nach Balleroberung im tiefen Block

Organisation
Ein Spielfeld gemäß der Abbildung aufbauen. 2 Teams mit 8-10 Spielern und 2 Torhüter einteilen. Die Übungsleiter positionieren sich mit ausreichend Bällen an den Seitenauslinien.
Ablauf
Zu Beginn eines Durchgangs positioniert sich das verteidigende Team im tiefen Block und der Trainer eröffnet das Spiel mit einem Pass auf das angreifende Team. Das angreifende Team muss innerhalb von 20 Sekunden zum Abschluss kommen oder die Box bespielen. Erobert das verteidigende Team, spielt es auf das gegenüberliegende Tor.
Geht der Ball in einer Angriffsphase des roten Teams ins Tor oder Aus, spielt der Trainer einen Pass zu dem verteidigenden Team, um eine Kontersituation zu kreieren. Ist ein Konterangriff beendet, beginnt die Übung wieder von vorne.
Coaching
Konter - Phase 1:
- Zuerst die Tiefe anvisieren
- Schnellstmöglich Dynamik nach vorne entwickeln
- Gegenpressing: Pressing „brechen“
- Gegenpressing: Ballgewinnzone schnellstmöglich verlassen
- Anspielstationen vor dem Ball kreieren
- Spieler vor dem Ball: Wandspiel / Tiefe attackieren / Räume freiziehen / aus Deckungsschatten lösen
Konter - Phase 2 und 3:
- So direkt und schnell wie möglich zum gegnerischen Tor
- Auf mehreren Linien angreifen (auch ballfern)
- Tieferen Spieler: kompakt Anschluss halten und Zugriff in der Restverteidigung
Passen:
- Keine „unnötigen“ Querpässe oder Pässen in die Breite
- Pässe in die Bewegung oder Vorderfuß des Mitspielers passen
- Raum hinter der Abwehr nutzen
- Pässe mit ausreichender Schärfe spielen
Dribbeln:
- freien Raum im höchstmöglichen Tempo überbrücken
- Verteidiger gezielt andribbeln – Reaktion beobachten
- Gegenspieler des Mitspieler andribbeln
Anbieten & Freilaufen:
- Nach Pass aktiv bleiben: Tiefe attackieren oder „dran bleiben“ für Passoption im Rückraum
- Nicht breiter als nötig anbieten
- Auch ballfern miteinschalten
- Tiefe attackieren ➔ Laufweg links oder rechts vom Ballführer einleiten
5. Übung – Wer kontert am schnellsten? – 4 gegen 4

Organisation
Die Übung wird auf einem Großfeld durchgeführt. Gemäß der Abbildung 4 Minitore und 8 Hütchen aufbauen. 2 Teams mit jeweils 8 Spieler einteilen.
Ablauf
Die Spieler positionieren sich gemäß der Abbildung. Auf Startsignal des Trainers dribbeln die Spieler mit Ball los, die Spieler dürfen ihre Startposition verlassen und es beginnt ein 4 gegen 4 in beiden Hälften. Das Team, welches zuerst trifft, gewinnt. Die Angriffe auf beiden Seiten werden trotzdem zu Ende gespielt. Erobert eines der verteidigenden Teams den Ball, können sie auf die beiden Minitore kontern.
Variation
Passen Sie die Startpositionen gemäß der Abbildung an. Die 4 gegen 4 Situationen werden mit dem Pass auf den äußeren Angreifer eingeleitet.

Coaching
- Angriff zielstrebig zu Ende spielen
- Auf Abseits achten
Passen:
- Keine „unnötigen“ Querpässe oder Pässen in die Breite
- Pässe in die Bewegung oder Vorderfuß des Mitspielers passen
- Raum hinter der Abwehr nutzen
- Pässe mit ausreichender Schärfe spielen
Dribbeln:
- freien Raum im höchstmöglichen Tempo überbrücken ➔ Überzahlbedingungen kreieren
- Verteidiger gezielt andribbeln – Reaktion beobachten
- Gegenspieler des Mitspieler andribbeln
Anbieten & Freilaufen:
- Rücken vom Gegenspieler des Ballführers attackieren
- Nach Pass aktiv bleiben: Tiefe attackieren oder „dran bleiben“ für Passoption im Rückraum
- Nicht breiter als nötig anbieten
- Tiefe attackieren ➔ Laufweg links oder rechts vom Ballführer einleiten
6. Übung – 3-Zonen-Konterspiel

Organisation
Gemäß der Abbildung 3 Minitore und 3 Zonen aufbauen – Start-,Mittel- und Endzone. 2 Teams zum 8 gegen 7 und 1 Torhüter einteilen. Der Trainer positioniert sich hinter dem Tor mit ausreichend Bällen
Ablauf
In der Startzone wird im 5 gegen 5 gespielt. In der Mittelzone agieren 3 Spieler des blauen Teams und 2 Spieler des roten Teams. Zu Beginn der Übung hat das rote Team den Ball in der Startzone. Das rote Team hat maximal 6 Pässe und das Ziel, einen Treffer auf einem der Minitore zu erzielen. Kommt es zu einem Ballbesitzwechsel sind die Zonenbegrenzungen für alle Spieler aufgehoben und das blaue Team greift auf das gegenüberliegende Großfeldtor an. Erobert das rote Team den Ball zurück, ist ein Durchgang beendet. Kommt es in einer Ballbesitzphase des roten Teams zu einem Treffer auf einem Mini-Tor oder Ausball, spielt der Trainer direkt einen Ball zu Team blau, um eine Umschaltsituation zu kreieren.
Variation
Nach einem Ausball oder Treffer von Team rot, bespielt der Trainer direkt das 3 gegen 2 in der Mittelzone. Der Trainer passt seine Positon entsprechend an. Alle Spieler dürfen ihre Zone verlassen.
Coaching
Team blau:
Konter - Phase 1:
- Zuerst die Tiefe anvisieren
- Schnellstmöglich Dynamik nach vorne entwickeln
- Gegenpressing: Pressing „brechen“
- Gegenpressing: Ballgewinnzone schnellstmöglich verlassen
- Anspielstationen vor dem Ball kreieren
- Spieler vor dem Ball: Wandspiel / Tiefe attackieren / Räume freiziehen / aus Deckungsschatten lösen
Kontern – Phase 2:
- So direkt und schnell wie möglich zum gegnerischen Tor
- Auf mehreren Linien angreifen (auch ballfern)
- Tieferen Spieler: kompakt Anschluss halten und Zugriff in der Restverteidigung
- Keine „unnötigen“ Querpässe oder Pässen in die Breite
- Pässe in die Bewegung oder Vorderfuß des Mitspielers passen
- Raum hinter der Abwehr nutzen
- Pässe mit ausreichender Schärfe spielen
Dribbeln:
- freien Raum im höchstmöglichen Tempo überbrücken
- Verteidiger gezielt andribbeln – Reaktion beobachten
- Gegenspieler des Mitspieler andribbeln
Anbieten & Freilaufen:
- Nach Pass aktiv bleiben: Tiefe attackieren oder „dran bleiben“ für Passoption im Rückraum
- Nicht breiter als nötig anbieten
- Auch ballfern mit einschalten
- Tiefe attackieren ➔ Laufweg links oder rechts vom Ballführer einleiten
Team rot:
- Angriff verzögern
- Mit hoher Intensität hinter den Ball kommen
Autor: Luis Österlein

