Wie führt man eine Mannschaft aus Studenten und Azubis gegen die Profi-Reserven des FC Bayern oder Unterhaching zum Erfolg? In der aktuellen Folge des 1x1SPORT #FUSSBALLTRAINER Podcast gibt Matthias Günes, Cheftrainer des FC Memmingen, faszinierende Einblicke in seinen Werdegang und seine Philosophie.
Günes ist kein Ex-Profi, der nach der Karriere direkt auf der Trainerbank landete. Er bezeichnet sich selbst als „klassischen Amateurfußballer“, der fast seine ganze Zeit in Füssen in der Kreis- und Bezirksliga spielte. Doch genau dieser Hintergrund macht seine Geschichte so spannend: Er hat den FC Memmingen nach dem Abstieg übernommen und direkt zurück in die Regionalliga geführt.
David gegen Goliath: Amateurstrukturen in der Regionalliga
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der massive Unterschied in der Regionalliga Bayern. Während Gegner wie Bayern II oder Würzburg unter Profibedingungen arbeiten, besteht der Kader von Memmingen aus Berufstätigen und Studenten.
Günes macht aus dieser Not eine Tugend. Er versucht nicht, die Profis zu kopieren:
"Ich war nie im Profibereich. Ich kenne das nur aus Erzählungen. [...] Mir persönlich fehlt die Fantasie, mit drei Einheiten pro Woche alles im Fußball abzudecken."Stattdessen fokussiert er sich darauf, die wenigen Dinge, die sie trainieren, konsequent und gut umzusetzen – eine Strategie, die mit dem direkten Wiederaufstieg belohnt wurde.
Führung durch „Verbindlichkeit“ und Konflikte
Sein Erfolgsrezept liegt weniger in komplexer Taktik, sondern in der Menschenführung. Günes fordert von seinen Spielern absolute „Verbindlichkeit“. Im Gegenzug bietet er maximale Ehrlichkeit – auch wenn es wehtut.
Besonders beeindruckend ist sein Umgang mit Führungsspielern, seiner sogenannten „Achse“. Er erlaubt diesen Spielern nicht nur Mitsprache, sondern fordert Kritik aktiv ein. Im Podcast erzählt er schmunzelnd, wie Führungsspieler ihn anrufen:
"Die rufen mich halt dann an und sagen: ‚Was machst denn da für ein Scheiß?‘ [...] Wenn du aber diese Jungs in deiner Mannschaft haben willst, dann musst du das ertragen."Diese flache Hierarchie und das Vertrauen in die Erfahrung seiner Spieler (die teils über 200 Regionalliga-Spiele haben) schaffen ein Klima, in dem jeder für den anderen kämpft.
Ein Trainer mit Herzblut
Für Matthias Günes ist der Job in Memmingen mehr als nur eine Station. Er arbeitet hauptberuflich im Tourismus und sieht den Verein als Herzensangelegenheit:
"Als Allgäuer ist der FC Memmingen was Riesiges. Das war für mich als Spieler ein Sehnsuchtsort."Du willst mehr über Matthias Günes, seine Trainingsmethoden und den Weg des FC Memmingen erfahren?
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