Ist dir schon mal aufgefallen, dass die meisten 1-gegen-1-Übungen gleich aussehen? Auch ich habe das Duell zwischen 2 Spielern zu Beginn meines Trainerdasein so trainiert:
- Irgendwo ein 12x10m Feld aufbauen
- Zwei Hütchentore aufstellen
- Los geht’s
- Ein Spieler passt den Ball zu seinem Gegenspieler
- Das 1-gegen-1 beginnt
- Abwechselnd wird angegriffen und verteidigt
- Du coachst die Basics defensiv: Körperschwerpunkt senken, seitliche Stellung, Ausbremsen,…
- Du coachst die Basics offensiv: Ball in die Bewegung mitnehmen, Durchbruch mit Tempo,…
Dieser Ansatz ist simpel umzusetzen. Aber diese Form des Trainings ist nicht die ideale Form des 1-gegen-1-Trainings. Es fehlt der Spielkontext. Diese Übungen decken bei weitem nicht alle Anforderungen ab, mit denen ein Spieler in 1-gegen-1-Situationen im Spiel konfrontiert ist. Heute ist mir folgendes bewusst:
➔ Es geht nicht einfach nur darum, einen Gegenspieler irgendwie zu besiegen. Es geht um den Kontext.
Wie solltest du dein 1-gegen-1-Übungen stattdessen gestalten?
1. Starte nicht einfach nur beliebige 1-gegen-1-Situationen, sondern baue eine spezifische Ausgangssituation, die deine Spieler im Spiel regelmäßig wiederfinden – vom Flügel, nach einer Rückwärtsbewegung, ein Ausgangspunkt in die Bewegung der Spieler, …
2. Starte mit einem bewegten Ball. Verstehe den 1. Kontakt nicht einfach nur als eine kontextlose Ballverarbeitung, sondern als Vorbereitung einer realen Spielsituation – in welchem Tempo soll der Ball mitgenommen werden? In welche Richtung soll der Ball mitgenommen werden? Woher kommt der Ball?
3. Kreiere reale Spielszenarien – Duelle, bei denen der Verteidiger lange zurückweicht, Passwege schließen muss oder auch Abschlussoptionen blocken muss
4. Kreiere und definiere klare Ziele – Betrachte das Duell im Kontext deiner Spielidee: Wo wollen wir hin? Und Warum? Wie sollte daher die Anschlusssituation aussehen?
5. Coache im Detail und mit Kontext zum Spiel und zur Spielidee – wann und wie wollen wir ins Duell gehen? Warum gehen wir ins Duell?
6. Fokussiere dich beim Training und dem Coaching des 1-gegen-1 nicht nur auf isoliertes Duell. Übertrag deine Inhalte in kleine Spielausschnitte und Spielformen. So wird die Wahrnehmungs- und Entscheidungskompetenz im 1-gegen-1 noch realistischer trainiert
Beispielhaftes Szenario
1. Wenn im letzten Drittel kein Durchkommen im Zentrum möglich ist, forcieren wir einen Durchbruch in den Rücken der Abwehr am Flügel – entweder durch ballnahe Überladungen oder das Kreieren und Ausspielen von isolierten Duellen auf der ballfernen Seite.
2. Im Spielkontext ist die Verlagerung auf die ballfere Seite oft mit weiträumigerem Zuspielen verbunden.
3. Die Verteidiger weichen gegen unsere Dribbelstarken Außenbahnspieler oft lange zurück, um das Duell absichern zu können.
4. Wir wollen in Richtung Grundlinie durchbrechen und dann aus möglichst zentraler Position den Ball vors Tor spielen oder selbst abschließen.
Gleich gehts weiter...
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Autor: Luis Österlein





