#4: Spiel, Spiele, Spieler – Spiel mit uns! (Fußballtraining-Playlist)

Game on! Heute drehen sich unsere Übungen um Spiele, Spielchen, Spielaufbau, Spielzüge, Spieler und alles was dazu gehört. Nach dem Aufwärmprogramm der Profis, den sogenannten “Movement Preps” zeigen euch die Coaches der Bundesligistinnen vom FC Bayern München eine effektive Übung zum Spielaufbau. Danach gibt es ein Spielchen aus dem Löwen-NLZ an der Grünwalder Straße. Unser Freund Ingo “Eurofighter” Anderbrügge ist auch wieder mit von der Partie und zeigt euch eine Spielform mit fliegendem Mannschaftswechsel. Auf die Kiste geballert darf heut auch werden, bevor Taktikexperte Manuel Baum zu Wort kommt und euch die Grundlagen des Mittelfeldpressings näher bringt. Als Bonus gibt es heute ein paar Tipps für Trainer von unserem Sportmentalcoach Hans-Jürgen Kaschak. Lasst die Spiele beginnen.

1. Aufwärmen

Movement Preps: Effektive Aufwärm- und Fitnessübungen im Fußballtraining

Movement Preps: Das bedeutet modernes Aufwärmen mit dynamischen Bewegungen! Sie helfen uns bei der Erhöhung der Körperkerntemperatur, der neuromuskulären Aktivierung und der Bewegungsvorbereitung. Ideal vor jeden Spiel Training.

1. Handwalk

Arme zum Boden, nach vorne „krabbeln“, Liegestütz, nach vorne „gehen“, aufrichten; das ist der Handwalk.

Zu Beginn befindet sich der Spieler im Parallelstand. Die Finger werden langsam senkrecht gen Boden bewegt, bis sie den Boden berühren. Nun arbeiten sich die kompletten Handflächen in einer wechselseitigen Bewegung über den Boden nach vorne, die Kniegelenke bleiben dabei gestreckt, um eine dynamische Dehnung der hinteren Oberschenkelmuskulatur zu erzielen. Sind die Handflächen weit genug vorne angekommen, wird zum Aufbau von Körperspannung ein Liegestütz vollzogen. Am Ende der Übungseinheit bewegen sich beide Beine nur aus den Sprunggelenken heraus in Richtung der Arme.

Ein mögliches Fehlerbild ist ein starkes Schwenken der Körpermitte. Ursache hierfür können zu wenig Aktivierung der Rumpfmuskulatur bzw. ein Abknicken im Kniegelenk sein, was wiederum aus einer zu geringen Bewegungsfreiheit der hinteren Oberschenkelmuskulatur resultiert.

2. Ausfallschritt mit Rotation

Der Blick folgt dem rotierenden Arm.

Die Übung wird mit einem großen Ausfallschritt nach vorne aus dem Parallelstand heraus begonnen. Der Sportler beugt sich nun nach vorne und senkt beide Arme, mit den Handflächen nach unten, ausgestreckt innerhalb des vorderen Beins ab. Darauf folgt eine Rotation der Brustwirbelsäule nach oben, wodurch ein Arm mitgezogen und senkrecht aufwärts gestreckt wird. Der Blick folgt der Hand. Der Arm wird wieder abgesetzt, die gleiche Bewegung wird nun mit dem anderen Arm durchgeführt.

Abschließend werden beide Arme in die Luft gehoben, der Spieler steht auf. Ideal wären sechs bis acht Durchgänge dieser Abfolge. Dabei sollte der Spieler darauf achten, mit dem vorderen Bein nicht auf eine Seite auszuweichen, sondern in einer geraden Linie zu bleiben.

Die Aufwärmübung dient zur Kräftigung der Beinachse, Mobilisation des Oberkörpers, sowie zur aktiven Dehnung der Oberschenkel– und Hüftmuskulatur. Sie bereitet den Sportler außerdem auf mögliche Bewegungen im Spiel vor.

3. Ausfallschritt zur Seite

Das Standbein sollte gestreckt sein.

Zur Vorbereitung auf Seitwärtsbewegungen im Spiel ist diese dynamische Übung sehr gut geeignet. Aus dem Parallelstand vollzieht der Spieler einen hohen Beinhub nach vorne, bis Bein und Brust sich beinahe berühren. Darauf erfolgt ein Ausfallschritt zur Seite, das Standbein bleibt gestreckt. Das angewinkelte Bein wird zum Schluss in einer dynamischen Bewegung wieder in die Ausgangsposition gedrückt.

Durch die seitlichen Ausfallschritte wird die Oberschenkelinnenseite intensiv gedehnt, die Muskulatur gekräftigt. Um ein aktives Arbeiten der Beinmuskulatur sicherzustellen, darf der Oberkörper nicht zur Seite abklappen, sondern muss während der gesamten Übung aufrecht gehalten werden. Zur Unterstützung sollte auch der Blick gerade nach vorne gehalten werden.

Die Übung sollte sechs- bis achtmal wiederholt werden.

4. Hüftbeuger

Schritt 1: Das Bein wird nach vorne gehoben.

Hierbei werden vor allem die hüftnahe Muskulatur, Gesäßmuskulatur, sowie Oberschenkelvorder- und rückseite aktiviert.
Ausgangsposition ist der hohe Beinhub. Dabei sollte die Gesäßmuskulatur des Standbeins aktiviert werden. Nun schwenkt der Spieler seinen Oberschenkel auf die Rückenseite und umfasst dort den Knöchel mit einer Hand, dadurch kommt es zu einer Dehnung der Oberschenkelvorderseite. Nun wird der Oberkörper nach vorne abgesenkt, bewegt sich Richtung Boden und zurück, der Spieler setzt schließlich wieder ab.

Diese Übung führt zur aktiven Dehnung und Aktivierung der Muskulatur und Stabilität im Sprunggelenk. Zudem bereitet sie den Spieler auf mögliche Unebenheiten des Rasens vor. Durch die starke Konzentration ist der Sportler auch schon mit dem Kopf bei der Sache.
Ideal ist eine Wiederholungszahl von sechs- bis achtmal.

Anschließend wird es nach hinten gedehnt und der Sportler senkt seinen Oberkörper nach vorne ab.

5. Neuro Skipping

Schorsch Wallner führt diese Übung mit seinem Team vor jedem Spiel durch, da sie die Spieler besonders gut auf die neuromuskulären Bewegungen im Ballsport vorbereitet.

Ideal vor jedem Spiel: Neuro Skippings.

Der Sportler befindet sich in einer halben Kniebeuge, verlegt seinen Körperschwerpunkt nach vorne, indem er den Oberkörper mit herausgestreckten Armen nach vorne beugt, Druck befindet sich nur auf den Fußballen. Nun führt der Spieler drei Sekunden lang schnelle, harte Bodenkontakte mit den Fußballen aus, nach 30 Sekunden Pause erneut, insgesamt drei- bis fünfmal.

2. Spielaufbau

Fußballübung (nicht nur) für Frauen: Spielaufbau, Orientierung & Koordination

Ein Fußballfeld ist bis zu 10.000 Quadratmeter groß. Da kann es passieren, dass man den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Als Spieler/in braucht man aber den Überblick. Thorsten Zaunmüller hat eine Übung für Euch parat, die dabei hilft, die Orientierungsfähigkeit der Mannschaft zu verbessern. Was ihr dazu braucht? Mindestens 7 Spieler/innen, verschiedenfarbige Hütchen und 3 Minitore.

Der Übungsaufbau im Überblick (Startposition nicht im Bild).

Die Spielerinnen stehen an der Startposition mit einem Ball Sie simulieren den Innenverteidiger mit der Spieleröffnung). In ca. 10 Meter Entfernung befindet sich die nächste Spielerin, die den Mittelfeldspieler symbolisiert. Links und recht von der Mittelfeldspielerin werden Hütchen in unterschiedlichen Farben platziert. Ungefähr 20 Meter hinter der Mittelfeldspielerin stellen sich 3 oder 4 Mannschaftskolleginnen (Stürmer) auf.

Hinter diesen Spielerinnen werden als letzte Station 3 Minitore platziert. Die erste Spielerin gibt eine Farbe der Hütchen an der zweiten Station vor. Die Mittelfeldspielerin muss sich nun orientieren und auf die Seite drehen, auf der die jeweilige Farbe ist. Beispielsweise sind auf der linken Seite weiße und rote Hütchen platziert, auf der rechten Seite blau und orange. Bei Kommando „blau“ dreht sich die Mittelfeldspielerin auf die rechte Seite zu dem blauen Hütchen, nimmt den Ball an und passt ihn sauber zu einer der Spielerinnen hinter ihr im Feld. Die Spielerin, die den Ball bekommt, versucht nun eines der drei Minitore zu treffen.

Im nächsten Schritt tragen die Spielerinnen im hinteren Feld, die auf das Tor schießen, Leibchen in den Farben der Hütchen. Wenn die Mittelfeldspielerin das Kommando „orange“ bekommt, dreht sie sich auf die Seite des orangenen Hütchens auf und passt anschließend zu der Teamkameradin mit dem orangenen Leibchen. Da die Spielerinnen frei im Feld auf und ablaufen, muss sie sich schnell zur „orangenen“ Mitspielerin orientieren, die die Übung dann mit einem Schuss auf das Tor abschließt.

Aufdrehen Richtung oranges Hütchen, Anspiel zur Spielerin im orangenen Leibchen.

Die Spielerin bekommt Gegnerdruck und muss auf das „offene“ Tor selbst abschließen.

Diese Übung kann man auf verschiedene Arten variieren. Beispielsweise dreht sich die Mittelfeldspielerin nicht zu der Farbe des Hütchens, das von der Startspielerin vorgegeben wird, sondern genau in die entgegengesetzte Richtung auf die Seite, wo die Farbe nicht vorhanden ist. Die Spielerinnen im hinteren Teil des Feldes sollen bei dieser Variante nicht angespielt werden, sondern formieren sich als Gruppe so, dass sie eines der drei Minitore freigeben.

Das bedeutet sie verdecken zwei der Minitore. Die Mittelfeldspielerin muss schnell erkennen, welches Tor von ihren Teamkameradinnen freigegeben wird und auf dieses schießen. Um die Übung zusätzlich zu erschweren, wartet jeweils links und rechts von der Mittelfeldspielerin eine Gegenspielerin an den Hütchen. Die Gegenspielerin, deren Farbe genannt wird, sprintet los und versucht den Pass der Startspielerin zu der Mittelfeldspielerin zu erschweren oder sogar zu vereiteln. Wichtig ist, dass sich die Mittelfeldspielerin von der genannten Farbe und somit der Gegnerin wegdreht. So entsteht zusätzlicher Gegnerdruck für die Mittelfeldspielerin.

Im Bereich vor den Minitoren befinden sich nun auch mehr Spieler. Diese werden unterteilt in Offensiv- und Defensivspieler. Dabei soll es mehr Angreifer geben. Beispielsweise sind 3 Spielerinnen Verteidiger und 4 Spielerinnen Offensivspieler. So hat eine der Angreifer die Möglichkeit sich freizulaufen und den Pass der Mittelfeldspielerin anzunehmen und auf das Tor zu schießen.

Noch schwieriger wird es, wenn zusätzliche Defensivspieler eingreifen.

Noch schwieriger wird die Übung, wenn nun zu Beginn keine Farbe gesagt wird. Die Mittelfeldspielerin weiß also nicht, welcher der beiden Gegner sie angreifen wird. Per Handzeichen können sich die beiden Gegner absprechen, wer losläuft, um zu vermeiden, dass beide gleichzeitig loslaufen. Die Mittelfeldspielerin muss nun schnell reagieren, sich von dem Gegner wegdrehen und den Ball wieder zu der freien Spielerin im hinteren Feld passen.

Besonders nah an einer realen Spielsituation ist die letzte Variation. Dabei ist der Ablauf derselbe wie bei der Variante davor. Eine Spielerin bedrängt die Mittelfeldspielerin. Im Spielfeld sind nun mehrere Spielerinnen, die sich frei bewegen. Die Mittelfeldspielerin passt den Ball zu der Spielerin im hinteren Feld, die sich am besten freiläuft.

3. Über Aussen

Umschalten auf engem Raum: 4 gegen 4 auf ein Tor mit Außenspielern

1860-Coach und NLZ-Leiter Wolfgang Schellenberg zeigt Euch mit dieser Einheit eine weitere Möglichkeit, mehrere Schwerpunkte gekoppelt zu fördern. Mit dem 4 gegen 4 auf ein Tor mit Außenspielern trainiert Ihr ein gutes und schnelles Kurzpassspiel, die Umschaltbewegung und Torabschlüsse komplex unter Gegner- und Zeitdruck.

Die Spielform für diese Übung gestaltet sich wie folgt: Es wird im Sechzehner 4 gegen 4 auf ein Tor gespielt. Es gibt allerdings 3 Mannschaften. Zwei befinden sich beim 4 gegen 4 im Feld, die dritte Mannschaft verteilt sich als Anspieler um das Spielfeld außen herum.

Im Sechzehner wird 4 gegen 4 gespielt, außerhalb des Sechzehners stehen die 4 Anspieler bereit

Der Torhüter eröffnet nun das Spiel mit einem Abwurf zu einer vom Trainer bestimmten Mannschaft. Um zum angreifenden Team zu werden, muss die Mannschaft in Ballbesitz das Leder ein Mal zu einem Außenspieler der dritten Mannschaft gepasst haben. Ist das geschehen, darf sie auch wirklich angreifen und den Torabschluss suchen. Die andere Mannschaft auf dem Feld ist in dem Moment verteidigende Mannschaft und versucht einerseits, das Gegentor zu verhindern andererseits aber, selbst in Ballbesitz zu kommen und die Kugel zu einem Außenspieler zu passen.

Denn so wird die verteidigende Mannschaft wieder zur Angriffs-Mannschaft und beide Teams müssen schnell umschalten: das Team in Ballbesitz auf Angriffsspiel, das andere auf Abwehrverhalten.

Rollt der Ball abseits der Außenspieler ins Seitenaus, wechselt ebenso der Ballbesitz und der Keeper bringt den Ball vom Tor zum anderen Team wieder ins Spiel. Das Gleiche gilt für ein Tor, auch dann wechselt der Ballbesitz. Mit einem Pass zu einem Außenspieler wird das neue Team in Ballbesitz nun zum Angreifer. Pariert der Torhüter einen Schuss, wechselt der Ballbesitz nicht und er wirft ihn zum gleichen Team wieder ab.

Bevor eine Mannschaft angreifen darf, muss sie immer erst zu einem der 4 Anspieler außerhalb des Strafraums gepasst haben

Die Spielzeit für jedes 4-gegen-4-Spiel beträgt 1 Minute, danach empfiehlt Coach Wolfgang 1 Minute Pause. Die kurze Spielzeit kommt daher, dass unser Coach bei seiner U19 den Schwerpunkt vor allem auf die Technik und das komplexe Torschusstraining setzen will. Das Tempo und die Belastung sind bei dieser Spielform in der Regel sehr hoch, darunter soll die Technik nicht leiden.

Bei der Spielform mit 3 Teams bietet es sich natürlich an, das Ganze als Turnier zu gestalten, bei dem jede Mannschaft in Hin- und Rückspiel gegeneinander antreten muss. Das bringt den Wettkampfcharakter noch stärker hervor und die Spieler sind mit Motivation und Freude bei der Sache dabei!

4. Spielform

Fliegender Mannschaftswechsel

Das Spiel “Fliegender Mannschaftswechsel” trainiert die Spieler darin, schnell umschalten und wechseln zu können und verlangt viel Konzentration.

Das Wechselteam am Rand sollte jederzeit startklar sein.

Für dieses intensive Spiel teilt man seine Spieler in drei Mannschaften ein (je nach Mannschaftsgröße zum Beispiel drei Vierer-Teams). Während zwei Teams gegeneinander spielen, wartet eine Mannschaft in einer festgelegten Wechselzone. Sobald eine Mannschaft ein Tor kassiert, wechselt sie mit der wartenden Mannschaft. Die Mannschaft, die das Tor erzielt hat, spielt nun auf das andere Tor.

Wichtig sind ein schneller Wechsel und schnelles Umschalten nach einem Torerfolg. So kann man ein schnelles Spiel erzwingen und belohnen. Das Spiel ist relativ anspruchsvoll, da es von allen Beteiligten hohe Konzentration verlangt.

Der Trainer sollte nicht erst warten, bis sich die neu eingewechselte Mannschaft richtig orientiert hat. Durch ein schnelles Weiterspielen wird automatisch eine höhere Aufmerksamkeit erreicht und der Schwierigkeitsgrad angemessen gesteigert.

Bei einem Tor verläuft der Mannschaftswechsel so schnell wie möglich – quasi fliegend

5. Spiel

Spielgestaltung und Taktik: Das Zonenspiel

Diese Spielform dient dem Spiel durch die Mitte und fördert die Übersicht und das schnelle Umschalten der Spieler.

Das Spielfeld besteht aus einem großen, äußeren Spielfeld und einem kleinen, auf 3×3 Meter abgesteckten Feld in der Mitte. Es spielen zwei Mannschaften mit je drei oder mehr Spielern gegeneinander, die sich im äußeren Feld frei bewegen. Im kleinen Feld befindet sich ein Zonenspieler, der zu beiden Teams gehört. Dieser soll von beiden Teams angespielt werden. Bekommt er einen Ball, darf er diesen nicht über die selbe gedachte Linie zurückspielen, sondern muss eine andere Seite seines Quadrates wählen.

Der Aufbau des Zonenspiels. Orange spielt gegen grau, der Zonenspieler trägt schwarz.

Ziel: Seine Aufgabe ist es, Spielsituationen zu lösen, die sich nicht unmittelbar vor, sondern seitlich oder hinter ihm befinden. Deshalb muss er einen guten Überblick über das Spielfeld bewahren. Die Außenspieler können dem Zonenspieler anzeigen, in welche Richtung er drehen sollte.

In einer ersten Variante können zunächst die Kontaktzahlen der äußeren, dann auch die des Zonenspielers auf zwei oder sogar einen begrenzt werden. Besonders für den Zonenspieler stellt dies eine große Schwierigkeit dar, weil er nun seine Freilaufbewegung so gut timen muss, dass er sich bereits in einer geöffneten Position befindet, wenn der Ball bei ihm ankommt.

In einer zweiten Variante bekommt er einen Gegenspieler in sein abgestecktes Feld. Jede Mannschaft hat nun ihren „eigenen“ Zonenspieler. Die Kontaktzahl ist wieder frei, sonst bleiben die Regeln erhalten. Trotz seines Gegenspielers muss der Zonenspieler das Spiel weiterhin vernünftig drehen.

6. Torschuss

Der Torschuss-Wettbewerb

Der Torschusswettbewerb ist ein Spiel, das der Mannschaft viel Spaß macht und häufig am Ende einer Trainingseinheit ausgeführt wird.

Wer verschießt wird zum Keeper.

Man hat ein Tor mit einem Torwart. Die Spieler stellen sich mit ihrer Gruppe neben dem Pfosten auf. Auf jeder Seite außerhalb des Sechzehners ist ein Viereck aufgebaut, in dem jeweils ein Spieler einer Gruppe positioniert ist. Dort bekommt er einen Pass vom Mitspieler, der neben dem Pfosten steht und versucht diesen direkt im Tor unterzubringen. Gelinht ihm dies, darf seine Gruppe nochmal schießen und der Passgeber wird zum Schützen.

Verschießt der Schütze, muss er schnell ins Tor und die andere Gruppe darf schießen.

7. Taktik

Grundlagen des Pressings: Mittelfeldpressing

Wer muss wohin verschieben, um den Ball zu gewinnen? Welche Passwege müssen zu sein, um gefährliche Angriffe des Gegners zu verhindern. DFB-Fußballlehrer Manuel Baum über die Grundlagen und das ideale Verhalten im Mittelfeldpressing.

In dieser Zone findet das Mittelfeldpressung statt.

Der Bereich für das Mittelfeldpressing erstreckt sich etwa um die Mittellinie herum. Die Stürmer stehen etwa zwei Meter hinter dem Mittelkreis in der gegnerischen Hälfte, die Verteidiger etwa zwei Meter hinter dem Mittelkreis in der eigenen Hälfte.In dieser Zone soll der Gegner unter Druck gesetzt werden und der Ball erobert werden. Die Spieler müssen eng und kompakt stehen. Das bedeutet, dass die Abstände zwischen den Spielern nicht zu groß sein dürfen, um schnell doppeln und den Ball erobern zu können.

Beim gegnerischen System geht man von einem 4-2-3-1 aus. Man stellt fest, dass sich die Situation, die zuvor beim Abwehrpressing in der eigenen Spielfeldhälfte stattgefunden hat, weiter in die Mitte des Spielfeldes verlagert hat. Dementsprechend ist der freie Raum vor dem Tor kleiner. Steilpässe nach einer Balleroberung müssen nun genauer gespielt werden, da der Torwart den Ball sonst abfangen könnte.

Das Mittelfeldpressing folgt genau denselben Prinzipien wie das Abwehrpressing. Der einzige Unterschied ist, dass der freie Raum vor dem gegnerischen Tor kleiner ist. Die Spieler lenken den Ball nach außen. Die blaue 6 wird durch den Stürmer gedeckt. Der Innenverteidiger muss leicht überlappend stehen, um einen möglichen Konter verhindern zu können. Der ballentfernte Innenverteidiger sichert ab. 

So sieht es im Idealfall nach einer erfolgreichen Pressingstrategie im Mittelfeld aus.

Die rote 6 blockiert den Passweg zum blauen 9er und die rote 11 verhindert den Pass auf die 10. Wenn beispielsweise die blaue 4 einen Pass auf seinen Mitspieler (blaue 2) ausführt, müssen die Stürmer die 2 attackieren, während die anderen Spieler näher heranrücken. Der ballentfernte Stürmer muss auf die gegnerische 6 schieben, um zu verhindern, dass der Spieler auf die andere Seite spielen kann. Für den Fall, dass die blaue 2 zu ihrem Mitspieler mit der blauen 8 spielt, doppeln die rote 7 und 3. Der andere Teil der Mannschaft versucht Passwege zuzumachen. Abwehr- und Mittelfeldpressing sind vom Prinzip her gleich. Einziger Unterschied ist, dass das Abwehrpressing in der eigenen Spielfeldhälfte stattfindet und das Mittelfeldpressing um die Mittellinie rum in beiden Spielfeldhälften.

8. Coaching (Bonus)

Tipps für Trainer aus dem Sportmentaltraining

Sportmentalcoach Hans-Jürgen Kaschak: "Wenn Du Trainer bist, möchte ich Dir noch folgende Tipps für Deine tägliche Arbeit mitgeben: Der Kernpunkt Deiner Aufgabe ist der Umgang mit Menschen!

  • Der Umgang mit Menschen birgt eine hohe Verantwortung und verlangt eine gewisse Führungskompetenz. Kritisiere Menschen nur unter vier Augen oder Teams nur im Gesamten. Wer einen Einzelnen vor der Mannschaft bloßstellt, kann keine Wertschätzung seines Teams erwarten und sollte einen Kurs für Führungskompetenz besuchen.
  • Wertschätze Deinen Schützling oder Dein Team.
  • Sei Vorbild! Wenn Du eine negative Einstellung hast, zeigst Du dies unbewusst durch Deine Ausstrahlung auch Deinen Schützlingen. Positives Denken und Pünktlichkeit sind zwei elementare Voraussetzungen für einen Trainer.
  • Nichts im Leben ist selbstverständlich. Verteile ein Lob, wenn es angebracht ist und nicht nur aus taktischen Gründen. Bleibe immer ehrlich mit Deinem Lob und Deinem Feedback.
  • Wer von seinem Schützling etwas erwartet, sollte dies nach Möglichkeit auch fachlich begründen und für diesen motivierend vermitteln können.
  • Stehe hinter Deinem Job. Sei Trainer mit Leib und Seele. Du erwartest, dass sich Dein Team oder Dein Schützling für den Sport begeistert, dann brenne auch Du für Deinen Job bzw. Deine Aufgabe.
  • Versuche authentisch zu sein, nicht perfekt. Auch als Trainer begeht man Fehler. Diese aber in Ruhe zu analysieren und sich diese auch einzugestehen, zeichnet einen guten Trainer aus.
  • Zur Menschenführung gehört auch, die Ansicht anderer zu akzeptieren und ernst zu nehmen. Das bedeutet aber nicht gleich, dass Du die Meinung und Ansicht anderer auch umsetzen musst. Die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel sollte jedem Trainer gegeben sein.
  • Du bist der Trainer. Du hast eine Aufgabe und eine Vision. Dies müssen Dein Schützling und Dein Team verstehen. Die Vision könnt Ihr gemeinsam im Rahmen einer Zielfindung ausarbeiten. Dies führt automatisch dazu, dass Ihr gemeinsam an einem Strang zieht.
  • Sei stets neugierig, versuche möglichst wenige Vorurteile zu haben und nutze auch die Pausen, um Dich physisch und mental zu erholen.
  • Sei Stolz auf Dich und Deine Arbeit. Wenn du etwas gut gemacht hast, kannst Du deinen Erfolg auch mit anderen teilen.”

Nächste Woche kümmern wir uns um die Taktikfüchse unter euch. Dann gibt es Übungen, Theorie & Tipps für eine erfolgreiche Spielphilosophie und ein effektives Taktiktraining.

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