#8: Mach die Kiste, Kollege! (Fußballtraining-Playlist)

Heute geht's nur um eins: Tore schießen, auf die Kiste ballern, das Runde im Eckigen unterbringen, die Pille versenken, einnetzen, die Kirsche ins Netz befördern...es gibt viele Namen dafür, aber ihr wisst, worum es geht.

Leider kommt der Abschluss im Training oft viel zu kurz, aber eigentlich ist es genau das, worum es im Fußball geht. Deswegen sollte man seine Trainingsübungen, auch wenn es gerade nicht explizit um den Torschuss geht, so oft wie möglich mit einem Torabschluss kombinieren. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern macht auch den Spielern mehr Spaß. Hier sind die besten Torschuss-Übungen. Also immer schön drauf ballern!

1. Aufwärmen

Hütchentore-Spiel

Mit dieser Übung werden eine gute Raumnutzung, gezieltes Passspiel, sichere Ballverarbeitung sowie das richtige Anbieten zum Anspielen trainiert.

Das Tor wird nur gezählt, wenn der Pass dahinter von einem Mitspieler angenommen wird.

Innerhalb einer Spielhälfte werden je nach Spieleranzahl fünf bis sechs kleine Hütchentore aufgebaut. Die Kinder spielen in zwei Teams gegeneinander. Es soll nun versucht werden, möglichst oft durch eines der Hütchentore zu passen. Erfolgreich ist der Torschuss nur, wenn der Ball dahinter von einem Mitspieler des eigenen Teams aufgefangen wird.

2. Passen

Pass, Finte und Torschuss trainieren: Die Y-Passform

Was Euch die Y-Passform bringt? Ihr trainiert fast alles, was im Spiel passiert! Was ihr für die Y-Passform braucht? Mindestens 3 Spieler, 2 kleine Tore und ein paar Dummies, Hütchen oder etwas Ähnliches.

Bei der Y-Passform handelt es sich um eine kombinierte Übung, die ein wenig Trainingszubehör braucht, aber ungemein vielseitig ist. Ex-Bundesligaprofi und Jugend-Coach Daniel Bierofka lässt die U16 von 1860 München die Y-Passform trainieren, weil sie vereint, was man im Spiel braucht: einen kurzen Pass, die Auftaktbewegung, das Lösen vom Gegenspieler, die Ballan- und -mitnahme, einen Doppelpass, eine Finte und die Handlungsschnelligkeit beim Torabschluss.

So sieht der Übungsaufbau aus!

Was Ihr für die Y-Passform aufbauen müsst: Daniel baut von der Torauslinie zwei Spielfelder rechts und links vom Großtor auf. Auf der Torlinie braucht Ihr auf beiden Seiten mit einem gewissen Abstand zwei kleine Tore, die Ihr irgendwie markieren solltet. Daniel nimmt dazu je ein rotes und ein gelbes Leibchen. Außerdem braucht Ihr auf jeder Seite 3 Trainingsdummies. Habt Ihr die nicht parat, sollten es aber auch Stangen, Hütchen oder etwas Ähnliches tun. Die ersten Dummies platziert Ihr an der 16m-Linie zwischen den kleinen Toren. Auf der Linie ist außerdem ein Dummy in der Mitte hilfreich. Die anderen beiden Dummies stellt Ihr jeweils im Abstand von etwa 5m dahinter auf. Nun kann es eigentlich schon losgehen. Für eine Durchführung auf einer Seite braucht Ihr drei Spieler.

Spieler 1 steht im Fünfmeterraum und hat den Ball. Er passt den Ball zu Spieler 2, der am mittleren Dummy auf der 16m-Linie wartet, dort eine Auftaktbewegung macht, sich also kurz von seinem Gegenspieler weg löst und dann dem Pass entgegen kommt. Spieler 2 legt den Ball wieder sauber für Spieler 1 ab und bewegt sich dann nach hinten weg.

Spieler 1 spielt dann den langen Ball zu Spieler 3, der hinter dem letzten Dummy wartet und geht für die nächste Runde schon einmal auf die Startposition von Spieler 2. Spieler 3 nimmt den hohen Ball herunter und um den ersten Dummy herum mit. Auf Höhe des zweiten Dummies steht mittlerweile Spieler 2, der dort am Dummy vorbei den Doppelpass mit Spieler 3 spielt, sodass der wieder in Ballbesitz ist. Gleichzeitig geht Spieler 2 für den nächsten Durchgang auf die Startposition von Spieler 3. Am letzten Dummy auf der 16m-Linie geht Spieler 3 mit einer Finte vorbei und schließt im Sechzehner dann auf das Tor ab, das ihm der Trainer mit der in dem Moment hereingerufenen Farbe vorgibt.

Am letzten Dummy kommt die Finte…

… und auf Zuruf des Trainers dann der Schuss ins richtige Tor!

3. Umschalten

Das Umkehrspiel

Mit dem Umkehrspiel wird neben Schnelligkeit auch das Umschaltvermögen der Spieler geschult.

Im ersten Schritt übernimmt der Spieler die offensive Rolle und versucht mit hohem Tempo ein Tor zu erzielen

Gerade eben noch offensiv, muss der Spieler sofort auf defensiv umschalten und sein Tor verteidigen

Für diese Übung wird ein etwa 30 Meter großes Spielfeld mit Toren aufgebaut.
Ein Spieler versucht, sich gegen einen Gegenspieler durchzusetzen und ein Tor zu erzielen. Nach der Offensivaktion wird er sofort zum Verteidiger gegen einen neben dem Tor wartenden Spieler, womit er sofort von Angriff zu Abwehr umschalten muss. Das Spiel sollte in hohem Tempo durchgeführt werden.

4. Torschuss

Die kleine Torschusskombination

Kleine Torschusskombinationen können vor dem Spiel geübt werden. Dabei ist es wichtig, dass direkt mit dem inneren Fuß sauber auf das Tor abgeschlossen wird.

Beginn: An einem Hütchen sind mehrere Spieler platziert. Es gibt einen Torwart und ein paar Meter entfernt warten zwei Spieler.

Schritt 1: Der erste Spieler in der Reihe passt den Ball zu einem der beiden Spieler

Schritt 2a: Er erhält den Ball wieder mit einen Pass zurück.

Schritt 2b: Währenddessen hinterläuft der eine Spieler seinen Teamkollegen, der den Ball hat.

Schritt 3: Dieser spielt den Ball zum 3. Spieler, der den Ball dem Spieler, der hinterläuft, vorlegt.

Schritt 4: Die Übung wird dann mit einem Torschuss (von dem Spieler, der den ersten Pass erhalten hat) abgeschlossen.

Der Spielaufbau aus der Vogelperspektive.

5. Flugball

Fussballübung für den Torabschluss: Der Flugball

Mit dieser Übung trainiert Ihr den Torschuss, das Flugballspiel und den Abwurf des Torwarts.

Der Spieler steht dem Torwart frontal oder diagonal gegenüber und spielt ihm einen hohen Flugball in den 5-Meter-Raum hinein. Im besten Fall wird der Ball hier abgefangen. Der Torhüter wirft den Ball nun zurück in den freien Raum, sodass der Feldspieler ihn auf halbem Weg zum Tor erreichen kann. Hier soll er ihn möglichst schnell an- und mitnehmen und dann wieder auf das Tor abschließen.

Im zweiten Schritt wird der Ball möglichst schnell ins Tor geschossen.

Als Variante muss sich der Feldspieler nach dem Rückwurf vom Torhüter zusätzlich einen Zweikampf mit einem weiteren Feldspieler liefern. Er versucht, den Abstand zum Gegner möglichst groß zu halten und zum Tor zu beschleunigen.

6. Torwarttraining

Wann muss ich "übergreifen"?

Es sieht meistens spektakulär aus. Doch nicht nur das. Das sogennnte „Übergreifen“ kann den Keeper in bestimmten Situationen vor dem sicher geglaubten Gegentor bewahren. Hier erfährst Du, welche Situaionen das sind und wie du korrekt „übergreifst“.

Übergreifen: Der Keeper versucht, den Ball mit der oberen Hand zu erreichen.

Flache, halbhohe und hohe Bälle wurden bereits abgehandelt. Als Sondervariante gibt es noch das sogenannte „Übergreifen“. Nötig wird es bei „Extrembällen“, also wenn der Torhüter während dem Sprung merkt, dass der Ball höher und weiter (bzw. mittiger) kommt als erwartet. In diesem Fall würde er ihn mit der ballnahen Hand nicht mehr erreichen. Beim Trainieren des Übergreifens ist es wichtig, dass der Trainer die Bälle möglichst platziert wirft, sodass die Aktion nicht erzwungen ist sondern das Übergreifen sinnvoll eingesetzt wird.

7. Taktik

Kompakte Abwehrketten Knacken: Technisch-Taktische Übungsform (TTÜ) für Fußballmannschaften

Die richtigen Laufwege der Spieler im und um den Strafraum sind die halbe Miete auf dem Weg zu guten Torchancen. Nur wenn jeder weiß, wo er in welcher Situation hinlaufen muss, um die Abwehrkette auszuhebeln, ohne im Abseits zu stehen, können die Stürmer richtig in Szene gesetzt werden. Roland Reichel zeigt Dir eine Übung, mit der ihr Lauf- und Passwege für den entscheidenden Pass erfolgreich einstudiert.

Die technisch-taktische Übungsform (TTÜ) ist die Königsdisziplin in Reichels Taktik-Trainingseinheit, bei der es darum geht, gegen tief stehende Gegner zu Abschlüssen zu kommen. Die Übungen werden direkt aneinandergereiht.

Der Übungsaufbau aus der Vogelperspektive

Zunächst ist die D1-Sequenz – die Distanz zwischen Passgeber und letzter Abwehrkette – kurz. Der Passgeber befindet sich im Halbfeld und macht einen Schritt nach außen, um den Pass ins Zielfeld im Strafraum zu spielen. Die beiden Stürmer laufen zwischen ihren (imaginären) Innenverteidigern aufeinander zu. Die lange Spitze startet durch und erläuft den Pass, um aufs Tor zu schießen. Für den zweiten Passgeber ist D1 länger. Er bedient die kurze Spitze. Dieser Stürmer legt auf die lange Spitze ab, die wiederum den Ball durchsteckt. Die startende kurze Spitze erläuft den Ball und kommt zum Abschluss. Direkt danach sollen die Stürmer eine Flanke von der fernen Strafraumseite per Direktabnahme im Netz unterbringen.

Variante: Beim zweiten Teil der Übung kann der Passgeber den Zielspieler frei wählen. Bedient er die kurze Spitze, spielen die Stürmer einen Doppelpass, um die Abwehr auszuhebeln. Kommt der erste Pass auf die lange Spitze, kann die kurze Spitze zum Doppelpass entgegenkommen oder für das direkte Zuspiel in das Zielfeld durchstarten.
Hier sollte der Trainer besonders auf die technische Ausführung achten und entsprechend coachen.

Zum Abschluss bittet Reichel noch einmal zu einer Handlungsstrukturanalyse. Dabei gibt er zu bedenken, dass jede Übung von den Variationen des Trainers lebt.

Übung 1: Zehn Spieler stehen sich in einer Fünf-gegen-fünf-Situation gegenüber. Dabei befinden sich zwei Offensive in vorderster Reihe, zudem gibt es einen Zehner. Nach einem Rückpass von außen auf den Spieler im Halbfeld ist das Spiel frei. Dementsprechend ist D1 – die Distanz zwischen Passgeber und letzter Abwehrkette – variabel.

Übung 2: Das Spielfeld wird an den seitlichen Begrenzungen des Strafraums abgeschnitten. Zwei Offensive spielen in vorderster Reihe gegen zwei Verteidiger. Vor dem Strafraum ergibt sich ein Spielerverhältnis von vier gegen vier. Das Spiel ist völlig frei.

8. Coaching (Bonus)

7 Secrets: Was junge Fußballer wissen müssen | Nr.4: Werte

Tricks, Technik, Taktik und Kondition alleine reichen nicht, um ein erfolgreicher Fußballspieler zu werden. Motivation und die richtige Einstellung sind das A und O für jeden erfolgreichen Fußballer. Dabei geht es vor allem um Deine Grundeinstellung, wie Du Dich persönlich weiterentwickeln kannst, wie Du Herausforderungen in Deinem Fußballer-Leben meisterst und Dein Training verbessern kannst. Matthias Nowak hat 7 schnelle Tipps für jeden, der wissen will, wie man es schaffen kann!

Secret Nr. 4

Teamwork: Behandle andere so, wie Du selbst gerne behandelt wirst.

Hier gilt der einfache Grundsatz: Behandle Mitspieler, Trainer und alle anderen Menschen so, wie Du auch selber behandelt werden möchtest. Das gilt selbstverständlich nicht nur für den Fußball.

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