Torwarttraining mit Michael Rensing: Die Sitzwaage

Eine Übung aus Michael Rensings Off-Season Privattraining mit Freund und Coach Daniel Weber. Professionelles Torwarttraining für alle!

Mit der Sitzwaage kommt die anspruchsvollste Übung am Ende der Trainingseinheit. Jetzt fordern wir unserem Keeper noch einmal alles ab! Es werden in dieser Übung 2 Bälle aneinander gereiht. Für den Torhüter ist die Sitzwaage deshalb etwas anspruchsvoller, weil mehrere Dinge gleichzeitig in schneller Abfolge von ihm verlangt werden.

Die Ausgangsposition.

Die Übung beginnt damit, dass der Schlussmann sich in einem Eck in der Sitzwaage vor die Linie setzt. Die Sitzwaage geht so: Auf den Po setzen, Beine strecken, Füße vom Boden anheben und den Oberkörper leicht nach hinten schräg halten. Die Arme bleiben frei beweglich.
Der erste Ball wird dem Keeper nun in der Sitzwaage in die (bzw. zumindest in Richtung der) Hände geschossen. Der muss beim Abwehren des Balls versuchen, die Stabilität in Rücken und Bauch so gut wie möglich zu halten, so die Füße nicht auf den Boden kommen zu lassen und auch der Wucht des Balles nicht nach hinten nachzugeben. Wehrt der Keeper den Ball ab oder fängt ihn, hat er nicht zu viel Zeit bis zur nächsten Aktion. Sein Körper dreht unten leicht durch, sodass er die Füße setzen kann und er steht schnellstmöglich auf.

Nun kommt der zweite Ball aufs lange Eck. Analog zum Spiel weiß der Keeper im Grunde genommen, dass der Schütze sich dieses Eck aussucht – wie der Ball allerdings genau kommt, das weiß er nicht. So bleibt’s auch bei der Übung. Ob der zweite Ball flach, halbhoch oder hoch kommt, soll der Torwart gar nicht wissen. Abwehren soll er ihn natürlich trotzdem. Dazu muss er seine komplette Dynamik aufwenden und schnell und beweglich handeln, um seinen Körper letztlich hinter den Ball zu bekommen und die Kugel am perfekten Punkt zu erreichen.

Die zweite Aktion ist ein Ball ins lange Eck.

Auch das richtige Abrollen will gelernt sein.

Durch die Übung soll auch erreicht werden, dass der Schlussmann stets mit dem Kopf dabei bleibt. Er soll die Füße nach dem ersten Ball konzentriert setzen, um dann den Abdruck zum zweiten Ball zu bekommen. Auch im Spiel muss der Keeper hellwach im Kopf und flink in den Füßen sein, wenn ein gegnerischer Stürmer nach einer ersten Abwehraktion noch einmal zum Nachschuss kommt.

Nicht vergessen: Nach der zweiten Aktion auch ums Abrollen kümmern! Die Übung in der Sitzwaage trägt zwar auch zur allgemeinen Stabilisation bei, dennoch bleibt eine vernünftige und weiche Landung bei einer höheren Wiederholungszahl das A und O des Torwartspiels!

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