Wie funktioniert eine Abwehrkette? (Teil 2 von 2)

Im 1. Teil zum Thema „Wie funktioniert ein Abwehrkette?“ haben wir uns mit dem grundlegendsten Mechanismus einer Kette auseinandergesetzt – und zwar mit der defensiven Diagonale. Außerdem haben wir die „starke Mitte“ kennengelernt, welche für günstige Bedingungen beim Verteidigen von Flanken sorgt. Wenn du mehr über die beiden angesprochenen Punkte erfahren möchtest, empfehle ich dir zuerst Teil 1 zu lesen. Wenn du diesen Beitrag schon kennst, können wir die Funktionsweisen der Abwehrkette weiter vertiefen. Dabei werden wird uns zum Einen mit der Höhe der Kette und zum Anderen mit Details von häufig wiederkehrenden Spielsituationen auseinandersetzen.

Die Höhe der Abwehrkette

Die vertikale Bewegung einer Abwehrreihe wird maßgeblich durch den Konflikt zwischen der Sicherung der Tiefe und dem Erzeugen von Druck bestimmt. Wird in einer Presssingsituation zu überhastet und gierig nach vorne geschoben, landet ein gegnerischer Pass plötzlich im Rücken der Abwehr. Schiebt die Kette dagegen zu zögerlich nach, entsteht ein großes Vakuum zwischen Abwehr und Mittelfeld – wird eine Gegenspieler in der Folge in diesem Zwischenraum angespielt, hat er genug Zeit um aufzudrehen.

In Verbindung mit den folgenden Spielszenarien wollen wir die Anhaltspunkte für die vertikale Bewegung deiner Abwehrkette vorstellen – wann fällt die Kette? Wann hält die Kette die Höhe? Wann rückt die Kette vor?

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Die vertikale Bewegung der Kette

#1 Spielsituation

Der ballbesitzende Gegenspieler agiert offen zur Spielrichtung, ist aber im Mittelfeld gestellt

Abbildung 1

Der ballbesitzende Gegenspieler agiert offen zur Spielrichtung, ist aber im Mittelfeld gestellt

Lösung: Höhe halten
Abbildung 2

Abbildung 2

  • Der Gegenspieler ist gestellt und einige Meter von der letzten Kette entfernt. Somit kann der Gegner keinen Druck auf die letzte Reihe ausüben und die Bedrohung für die Tiefe ist ebenfalls gering.
  • Dadurch kann die Kette die Höhe halten und den Raum zwischen Abwehr & Mittelfeld kompakt halten. Kommt es zu einem Pass zwischen die beiden letzten Linie, können Pässe abgefangen werden oder zumindest Gegenspieler am Aufdrehen gehindert werden.
Fehler: Fallen lassen
Abbildung 3

Abbildung 3

  • Setzt sich die Kette dagegen ab, wird der Raum zwischen Abwehr und Mittelfeld gestreckt.
  • Nach einem Pass zwischen die letzten Linien kann der Gegenspieler aufdrehen und die Abwehrkette andribbeln.

#2 Spielsituation

Der angespielte Gegenspieler kann auf die letzte Kette zudribbeln

Abbildung 4

Der angespielte Gegenspieler kann auf die letzte Kette zudribbeln.

Lösung: Fallen lassen
Abbildung 5

Abbildung 5

  • Der Gegenspieler mit Ball hat einen kurzen Abstand zur letzten Kette und kann nicht unmittelbar unter Druck gesetzt werden – günstige Voraussetzungen für einen Pass in die Tiefe.
  • Daher lässt sich die Kette nach hinten fallen. Der Raum im Rücken der Abwehr gesichert und die Mitspieler gewinnen Zeit, um wieder hinter den Ball zu kommen.
  • Außerdem verengt sich die letzte Linie beim Fallen in Richtung Ball. Dadurch werden Schnittstellenpässe erschwert und eher ein Spiel in die Breite provoziert.
Fehler: Höhe halten
Abbildung 6

Abbildung 6

  • Hält die Abwehr dagegen die Höhe, kann der ballbesitzende Gegenspieler den Abstand zur letzten Linie schneller verkürzen. Ein kurzer Abstand erleichtert Pässe hinter die Abwehr.
  • Für die gegnerischen Angreifer ist es leichter einen Tempovorteil aufzubauen, um Pässe in die Tiefe zuerst zu erreichen.
  • Bleibt außerdem ein Zusammenrücken der Kette aus, kann der Gegner leichter die Schnittstellen bespielen.

#3 Spielsituation

  • Der Gegner kann nach der Verlagerung nicht direkt gestellt werden. Somit kann der ballführende Gegenspieler Raumgewinne erzielen und die Tiefe bespielen.
  • In diesem Fall lässt sich die Kette fallen. Dadurch wird der Raum im Rücken der Abwehr gesichert und Zeit gewonnen, um wieder Zugriff auf den Gegenspieler zu erhalten.
  • Da der Raumgewinn mit einer Spielverlagerung stattfindet, lässt sich die Kette diagonal auf die bespielte Seite fallen.
Abbildung 7

Abbildung 7

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Autor: Luis Österlein

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