Anbieten & Freilaufen im Spielaufbau – Der Sechser

Der Sechser oder auch defensive Mittelfeldspieler nimmt im Aufbauspiel eine zentrale Rolle ein – das ist nicht nur im Hinblick auf die Verantwortung für den Spielaufbau, sondern auch räumlich gemeint. Die Spieler im defensiven Mittelfeld besetzen sowohl in vertikaler als auch horizontaler Richtung die „Mitte“ des Teams. Dadurch kreieren die Sechser eine Verbindung zwischen den Spielfeldseiten aber auch zwischen den Innenverteidigern und den Spielern in der Tiefe. 

Spielverständnis

Doch allein diese zentrale Position genügt als Sechser noch nicht, um das Aufbauspiel des eigenen Teams positiv zu prägen. Daneben werden unter Anderem auch technische & kognitive Fähigkeiten sowie ein gutes Spielverständnis benötigt, damit der Sechser den Spielaufbau vorantreiben kann. Ein gutes Verständnis des Spiels wird dem Sechser beispielsweise bei den folgenden Entscheidungen helfen:

  • Welcher Pass ist für die Spielfortsetzung am günstigsten?
  • Welche Möglichkeiten habe ich, um das gegnerische Pressing zu überspielen?
  • Ist das Andribbeln in der jetzigen Spielsituation eine sinnvolle Lösung?
  • Wie  positionieren ich mich ohne Ball, damit ich oder auch mein Mitspieler  in einer günstigen Ausgangslage für die Spielfortsetzung angespielt werden kann?

Die Bewegung ohne Ball – Spielerfahrung & taktische Ausbildung

In diesem Beitrag möchten wir uns mit der letzten Frage auseinandersetzen: “Wie bewege und positioniere ich mich als Sechser im Spielaufbau sinnvoll ohne Ball?“ Damit der defensive Mittelfeldspieler regelmäßig hilfreiche Entscheidungen beim Anbieten und Freilaufen trifft, benötigt er viel Spielerfahrung aber auch eine gute taktische Ausbildung. Diese Ausbildung beinhaltet auch Lösungsansätze für das Anbiete- und Freilaufverhalten des Sechsers.

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5 Lösungsansätze für das Anbiete- und Freilaufverhalten des Sechser

Durch Anwendungserfahrungen dieser Lösungen und Hilfestellungen des Trainers wird der Spieler ein Verständnis dafür entwickeln, auf welche Option er in unterschiedlichen Spielsituationen am Besten zurückgreift . X dieser Lösungsansätze für das Anbiete- und Freilaufverhalten des Sechser im Spielaufbau werden wird in diesem Beitrag vorstellen. Ergänzend dazu, werden wir auf Details bei der Umsetzung sowie die „richtige“ Spielsituationen für die jeweilige Lösung eingehen.

#1 Lösungsansatz – Das Anbieten auf Lücke

Bein „Anbieten auf Lücke“ positioniert sich der Sechser gezielt hinter der Schnittstelle von zwei gegnerischen Angreifern. Dabei löst sich der Sechser aktiv aus dem Deckungsschatten der Spitzen, falls nötig. Der Effekt dieser Positionierung auf Lücke des Sechsers kann unterschiedlich sein. Reagiert der Gegner nicht auf das Anbieteverhalten des defensiven Mittelfeldspielers, kann dieser offen zur Spielrichtung eingesetzt werden.

Der Sechser bietet sich gegen einen Gegner im 5-3-2 auf Lücke an und kann nach ein Zuspiel offen zur Spielrichtung agieren.

Der Sechser bietet sich gegen einen Gegner im 5-3-2 auf Lücke an und kann nach ein Zuspiel offen zur Spielrichtung agieren.

Wird der Sechser in der Folge von einem gegnerischen Mittelfeldspieler aufgenommen, entstehen wiederum anderweitig Räume, welche gezielt bespielt werden können.

Verengt der Gegner dagegen die erste Pressinglinie, um den Sechser auf Lücke nicht anspielbar zu machen, kann diese leichter außen umspielt werden.

Der Sechser bietet sich auf Lücke gegen das gegnerische 5-3-2 an. Der zentrale Mittelfeldspieler des Gegners schiebt nach vorne, um ein Aufdrehen zu unterbinden. Dadurch entsteht ein Überzahl im Rücken des Sechsers.

Verengt der Gegner dagegen die erste Pressinglinie, um den Sechser auf Lücke nicht anspielbar zu machen, kann diese leichter außen umspielt werden.

Die beiden gegnerischen Stürmer des 5-3-2 verengen den Raum, um ein Zuspiel auf die Sechs  zu erschweren. Dadurch kann die Überzahl in der ersten Ebene leichter ausgespielt werden.

Die beiden gegnerischen Stürmer des 5-3-2 verengen den Raum, um ein Zuspiel auf die Sechs zu erschweren. Dadurch kann die Überzahl in der ersten Ebene leichter ausgespielt werden.

Praxistipp:

Das Anbieten auf Lücke des Sechsers kann gezielt genutzt werden, um gegnerische Mittelfeldspieler nach vorne zu „ziehen“. Dadurch können Räume oder auch Überzahlsituation im Rücken des Gegenspieler kreiert werden – vorausgesetzt der gegnerische Mittelfeldspieler lässt sich „locken“. In diesem Fall macht es Sinn, dass sich der Sechser direkt hinter der ersten Pressinglinie anbietet. Folgich muss der Gegenspieler sehr weit nach vorne rücken, um ein mögliches Aufdrehen des Sechser zu unterbinden. Das hat wiederum die Konsequenz, dass der Gegenspieler einen weiten Weg zurück auf seine „eigentliche“ Position hat.
Wird der Sechser auf Lücken nur lose gedeckt oder „frei“ gelassen, gilt es die ideal Positionierung zu finden. Zum Einen sollte sich der defensive Mittelfeldspieler soweit hinter der ersten Pressinglinie anbieten, dass diese den Zugriff verliert. Zum Anderen sollte der Sechser aber auch so weit vom gegnerischen Mittelfeld entfernt sein, dass der Sechser mit dem 2. Kontakt nach vorne agieren kann. Ein leichter diagonaler Passweg auf den Sechser ist dabei hilfreich, da der Sechser sich so besser in einer offenen Stellung anbieten kann.

#2 Lösungsansatz - Gegen die Verschieberichtung absetzen

Beim Anbieten auf Lücke wird sich üblicherweise hinter dem Passfenster von 2 gegnerischen Angreifern positioniert. Jedoch kann sich bei dieser Form des Anbiete- und Freilaufverhaltens auch hinter dem Passfenster von 2 Gegenspielern aus unterschiedlichen Mannschaftsteilen positioniert werden. Dies kann beispielsweise sehr effektiv sein, um ein Isolationsversuch auf eine Seite zu umspielen. Dafür haben wir ein Beispiel gegen ein 4-2-3-1 für euch vorbereitet, bei welchem sich der Sechser ballfern absetzt und sich dabei auf Lück anbietet.

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Autor: Luis Österlein

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