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Konkret Erfolge ansprechen und selbsterfüllende Prophezeihungen verhindern!

Kehren wir zu unserer Geschichte zurück.
Vor Ihrem ersten Spiel mit Ihrem neuen Team wissen Sie, dass ihre Mannschaft sicher nicht in bester Laune ist. Ihrem Selbstbewusstsein wurde durch die mangelhaften Leistungen der letzten Spiele, das enttäuschte Publikum und andere Faktoren übel mitgespielt. Deshalb ist es nun Ihre Aufgabe, jedem einzelnen Spieler seine Stärken und Potentiale bewusst zu machen. Wie stellen Sie das nun an?

Selbstbewusstsein können Sie nicht einfach wie Süßigkeiten unter Ihren Spielern verteilen. Doch durch Vertrauen in Ihre Mannschaft können Sie einen ähnlichen Beitrag leisten. Zeigen Sie Ihrem Team, dass Sie ihnen und ihren Stärken vertrauen. Daher kommt auch das Wort Selbstvertrauen!
Schon im Training können Sie den Spielern zu mehr Selbstvertrauen verhelfen. Wenn Sie beispielsweise eine Torschussübung machen, dann wird diese erst dann beendet, wenn der letzte Schuss im Tor landet, denn diesen merkt sich der Spieler und davon nimmt er mit, dass er es doch schafft, ins Tor zu treffen. Umgekehrt gilt es im Torwarttraining – diesmal sollte der letzte Schuss natürlich nicht vom Stürmer, der vom eigenen gehaltenen Ball enttäuscht wäre, sondern ein anderer Spieler den letzten Schuss übernehmen. Hier passt der Begriff der Selbsterfüllenden Prophezeiung: Wenn Ihr Spieler aus einem Training mit einem schlechten Gefühl herausgeht, denkt, es wird im Spiel wieder nicht klappen, wird es sich genau wegen dieser Gedanken wahrscheinlich bewahrheiten.

Erfolge abspeichern

Was jetzt kommt, wird sich zunächst seltsam anhören, ist aber eine sehr gute Taktik zum Selbstbewusstsein herstellen: Machen Sie aus Ihren Spielern Laptops auf zwei Beinen. Legen Sie, genau wie auf Ihrem Desktop, virtuelle Ordner für Ihre Mannschaft an. Ordner für die besten Flanken, die besten 1-gegen-1-Ballabnahmen und so weiter. Dazu müssen Sie das Training unterbrechen, wenn Ihnen etwas besonders gut gefallen hat. Machen Sie demjenigen Spieler bewusst, was genau er zuvor so gut gemacht hat. Er soll seine Stärken, die er mit einer gekonnten Flanke oder einem perfekten Pass beweist, genau wie ein Laptop, abspeichern. Sie sollen die Seele des Spielers erreichen, damit dort mithilfe des genauen Lobs an seinem Selbstbewusstsein gearbeitet werden kann.
Wenn Ihnen hingegen etwas nicht gefallen hat, soll dies nicht die Seele des Spielers erreichen. Unterbrechen sollten Sie das Training an dieser Stelle trotzdem, nüchtern formulieren, was gerade schief gelaufen ist, aber Ihren Spielern genau so sehr Mut machen, es noch einmal zu versuchen.
Auch nach dem Training können Sie am Selbstbewusstsein Ihrer Spieler arbeiten. Achten Sie darauf, dass Sie jedem Spieler, den Sie hinterher loben, eine bestimmte Aktion nennen, die Ihnen heute positiv im Gedächtnis geblieben ist. Was hat genau dieser Spieler heute besonders gut gemacht? Sagen Sie es ihm! Wenn er versteht, was er aus dem heutigen Training mitnehmen und beibehalten kann, wird Ihr Lob gleich die doppelte Wirkung haben.

Ziele konkret formulieren

Nach dem zuvor begonnenen Spiel liegen Sie nun nach der ersten Halbzeit 0:1 hinten. Ihre Spieler verlassen enttäuscht das Spielfeld in Richtung Kabine, Sie bleiben noch einen Moment sitzen und überlegen, was Sie Ihrem Team nun sagen können.

Angenommen, Sie verkünden in Ihrer Ansprache, das Team solle ab jetzt offensiv und aggressiv spielen – was heißt das nun für jeden einzelnen? Lassen Sie ihre Spieler nicht mit Vermutungen stehen. Sie sollen nicht interpretieren müssen, was aggressiv spielen für sie genau heißen soll. Machen Sie jedem Spieler klar, wie er sich von nun an für den Rest des Spiels zu verhalten hat und entlassen Sie die Mannschaft mit Rückblicken auf positive Trainingseinheiten in die zweite Halbzeit.